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Wissen | Karl von Rotteck (1775-1840)

Karl von Rotteck (1775-1840)

Karl Rotteck, Historiker und liberaler badischer Politiker, wurde am 18. Juli 1775 in Freiburg im Breisgau geboren. Sein Vater war Professor der Medizin an der Universität Freiburg. Nach der Schulzeit studierte Karl Rotteck an der Freiburger Uni, und erwarb 1797 dort die Doktorwürde der Rechtsfakultät. Im Jahr 1803 wurde Karl Rotteck dann wie sein Vater Professor an der Universität Freiburg, allerdings im Fach Geschichte. Lange Zeit arbeitete er als Berichterstatter der kriegerischen Auseinandersetzungen gegen Napoleon in den Jahren 1814 und 1815 in Frankreich. An seiner Seite befand sich in dieser Zeit Bartholomäus Herder, der Begründer des Verlagshauses Herder in Freiburg. Ihre Berichte über die damaligen Ereignisse in Frankreich veröffentlichte man in der Felddruckerei "Deutsche Blätter" und informierte über diesen Weg die deutsche Öffentlichkeit.

In den Jahren 1819 und 1822 war Rotteck Mitglied der badischen Kammer des Großherzogtums Baden- als Vertreter der Hochschule Freiburg. Diese Position nutzte er auch, um die Universität Freiburg vor der Auflösung zu retten. Als das Großherzogtum Baden 1806 ins Leben gerufen wurde, befand sich die ehemals vorderösterreichische Freiburger Hochschule in einem desolaten Zustand, im Gegensatz zur nordbadischen Uni in Heidelberg. Der junge badische Staat wollte sich keine zwei Hochschulen leisten. Aber auch dank des Engagements Rottecks konnte eine Schließung der Freiburger Universität verhindert werden.

Karl von Rotteck erlangte bei seiner Tätigkeit in der badischen Kammer und auch durch seine zahlreichen Schriften große Anerkennung in der Bevölkerung. Insbesondere seine liberale Gesinnung und sein Einsatz für die Rechte und die Freiheit der Bevölkerung machten ihn beim Volk beliebt. 1831 wählten ihn die Freiburger Bürger als Volksabgeordneter in den Badischen Landtag. Durch seine liberale Gesinnung und seine freiheitliche Schriften war er bei der badischen Regierung allerdings mittlerweile in Ungnade gefallen. Diese schloss ihn aus dem Landtag aus und setzte den vermeintlichen Unruhestifter in den vorzeitigen Ruhestand.

Dies konnte aber die Freiburger wiederum nicht davon abhalten, ihn 1832 zu ihrem eigenen Bürgermeister zu wählen. Bis 1838 war für die Stadt tätig. Dennoch brachte diese Wahl schwerwiegende Nachteile mit sich. Er galt noch immer als Unruhestifter im badischen Landtag. Die Wahl zum Freiburger Bürgermeister bestrafte der Landtag mit dem Abzug der badischen Garnison aus Freiburg. Freiburg war somit entmilitarisiert und verlor zugleich die Kaufkraft der Soldaten und des badischen Militärapparats. 1839 wurde Rotteck schließlich durch Friedrich Wagner als Bürgermeister abgelöst.

Im Jahr 1840 erhielt Karl Rotteck seine Anerkennung und Amt und Würden des badischen Landtag zurück. Doch kurze Zeit später ereilte ihn der Tod. Er starb 1840 in Freiburg und wurde auf dem Alten Friedhof nördlich der Freiburger Altstadt beigesetzt. Trotz seines Todes und seiner Rehabilitierung fürchteten viele seiner Gegner Wirken und Geist seiner zahlreichen Schriften. Während die Freiburger ihm zu Ehren 1847 das Rotteckdenkmal weihten, waren andere politische Kräfte bestrebt, alle Spuren seines Lebens zu verwischen. So verschwand 1851 das Rotteckdenkmal für einige Jahre aus dem Stadtbild und auch sein Zweitwohnsitz auf dem "Schönehof" oberhalb von Wildtal/Zähringen wurde dem Erdboden gleich gemacht, seine Schriften vielerorts verbrannt. Erst nach einigen Jahrzehnten legte sich diese Abneigung. Heute werden der an Freiburger Universität vorbeiführende Rotteckring und der Kenzinger Rotteckring nach ihm benannt, ebenso das Freiburger Rottek-Gymnasium. Vor der Rechtswissenschaftlichen Fakultät am KG II. steht heute das ihm gewidmete Denkmal aus dem 19. Jahrhundert.

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