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Straßburg

Straßburg ist die historische Hauptstadt des Elsass, geistiger und wirtschaftlicher Mittelpunkt und Präfektur des Départements Unterelsass (frz. Bas-Rhin). Die Metropole ist Sitz zahlreicher europäischer Einrichtungen, wie z.B. des Europaparlament, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Europarat, Europäischer Bürgerbeauftragter, des Eurokorps und vielen mehr. Die am Knotenpunkt der europäischen Hauptverkehrsachsen sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung gelegene Metropole Straßburg ist seit jeher eine natürliche Drehscheibe der innereuropäischen Verkehrsflüsse. Die geographische Lage am Knotenpunkt der Autobahnachsen Paris-München und Hamburg-Mailand, der Internationale Flughafen Straßburg-Entzheim, der Fluss Rhein und die direkte Bahnstrecke nach Paris verschafft Straßburg eine schnelle Anbindung an die großen Städte sowohl in Nord-, Ost- als auch Südeuropas.

Bereits der römische Name "Argentoratum" für Straßburg zeigt die Bedeutung der elsässischen Metropole über die Jahrhunderte, denn es bedeutete soviel wie "Silber" oder "Vermögen". Dies lag aber keineswegs an den üppigen Silberfunden, sondern an der zentralen Lage und dem Handel, der Straßburg über die Jahrhunderte prägte und seinen Reichtum begründete. Aus dem lateinischen Namen wurde nach der Übernahme der Stadt durch die Alemannen im 5. Jahrhundert n. Chr. und der später folgenden Franken die "Strateburg", die Burg, die an den Straßen liegt.

Bei der Teilung des Karolingerreichs kam Strassburg mit dem Elsass zum Mittelreich Lotharingien, das jedoch bald seinerseits aufgeteilt wurde. Das Dokument jener Teilung, die berühmten Straßburger Eide, die 842 von Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen abgelegt wurden, gelten als die ältesten Sprachdenkmäler einer neuen Zeit. Sie waren nicht mehr in Latein abgefasst, sondern im (damals) modernen Deutsch und Französisch. Lotharingien - auch als Lotharii Regnum bekannt - war der mittlere Teil des Frankenreichs, der Kaiser Lothar I. nach dem Vertrag von Verdun 843 als unmittelbarer Herrschaftsbereich zufiel. Dieses lang gestreckte Mittelstück des Kaiserreichs, das dem ältesten Sohn Kaiser Ludwigs nach dem verlorenen Machtkampf gegen seine Brüder verblieben war, reichte von Friesland, den Niederlanden über das Rheinland und Burgund bis zur Kaiserstadt Rom in Italien.

925 n. Chr. wurde Straßburg Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Knapp hundert Jahre später begannen die Bauarbeiten zum Münster, das bis 1874 das höchste Gebäude der Welt blieb. Im 13. Jahrhundert bekam Straßburg (alem. Schdroosburi) den Status einer freien Reichsstadt und hatte damit das Recht auf eine eigene Verfassung und eigene Geldprägung. In den folgenden drei Jahrhunderten blühte die Stadt auf und gehörte zu den Städten Mitteleuropas, die auf geistigem und kulturellem eine führende Rolle spielten. In dieser Zeit wirkten auch eine Reihe von Persönlichkeiten, deren Werke und Wirken bis in die heute Zeit Bestand haben.

Unter anderem widmete sich Gottfried von Straßburg dem keltischen Stoff von "Tristan und Isolde", Reinmar von Haguenau war der Lehrer des Walther von der Vogelweide, Sebastian Brants "Narrenschiff" wurde zu einem ersten europäischen Bestseller, Johannes Geiler galt am Straßburger Münster als bekanntester Prediger seinerzeit, Erwin von Steinbach und Ulrich von Ensingen taten sich als Münsterbaumeister hervor, Beatus Rhenanus, Jakob Wimpfeling, Bucer und Sturm machten sich als Humanisten, Philosophen und Reformatoren einen Namen, Mystiker wie Meister Eckart und Johannes Tauler lehrten in der Stadt.

Der Handel, vor allem mit Wein und Getreide, blieb Hauptwirtschaftszweig der Stadt. 1621 wurde die Universität gegründet, die sich alsbald einen guten Ruf erworben hatte und viele Studenten von weit außerhalb anzog und immer noch anzieht . Auch Johann Wolfgang Goethe lebte und studierte 1770/71 in der elsässischen Stadt. Im Jahr 1681 annektierte der Sonnenkönig Louis XIV. Straßburg, wodurch auch das Münster rekatholisiert wurde, das sich die Protestanten 1521 im Zuge der Reformation angeeignet hatten. 1792 komponierte der Offizier Rouget de Lisle die Marseillaise in Straßburg, die spätere Nationalhymne. Das 18. Jahrhundert stand im Zeichen des französischen Einflusses, der sich auch in den Villen und Palästen spiegelte, die in Straßburg wie PiIze aus dem Boden schossen. Aus der damaligen Zeit Anfang bis Mitte des 18. Jahrhundert stammt unter anderem das "Chateau des Rohan", bis zur Französischen Revolution Residenz der Kardinal-Bischöfe des Hauses Rohan-Soubise.

Im Jahr 1870 wurde die Stadt nach der Niederlage Frankreichs Teil des so genannten Reichslandes Elsass-Lothringen und damit wieder in deutschem Besitz des neu gegründeten Deutschen Reiches. Die Bevölkerung allerdings blieb pro französisch eingestellt, da man sich zwar dem süddeutschen alamannischen Kulturkreis zugehörig fühlte, aber keineswegs dem preußischen Kaiser aus dem fernen Berlin nahe stand. Insgesamt gingen die Besitzverhältnisse über Straßburg die letzten Jahrhunderte viermal hin- und her: Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 kehrte die Hauptstadt des Reichslandes Elsass-Lothringen bis 1940 an Frankreich zurück. 1940 wurde die Stadt, die durch die Evakuierung der Straßburger Bevölkerung komplett leer war, von der Wehrmacht eingenommen bis General Ledere die Stadt 1944 von den deutschen Besatzern befreite.

Nach dem Krieg begann für Straßburg und die Menschen im Elsass ein neues Kapitel. Vom Streitpunkt zweier Staaten bekam die Stadt eine aussöhnende, vor allem aber eine europäische Funktion. 1949 wurde hier der Europarat gegründet. 1958 trat zum ersten Mal das Europaparlament in der Universität zusammen. Straßburg war Ort zweier europäischen Gipfeltreffen in 1989 und 1997. Die Altstadt von Straßburg gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen des Elsass. Der Rhein fließt an Straßburg vorbei. Aber die Ill als einer der Hauptflüsse des Elsass mit seinen vielen Armen fließt durch die Stadt und verteilt sich in der Innenstadt. Die Altstadt wird im Süden von der Ill, nördlich vom künstlich angelegten Falschwallkanal (Fosse du faux Rempart) begrenzt. Am Hafen der Stadt wurden die Flüsse im Rhein-Rhöne-Kanal kanalisiert. Der Rhein-Marne-Kanal (Canal de la Marne au Rhin) wurde im Norden der Stadt angelegt.

Der Parc de l`Orangerie in der Avenue de l`Europe gegenüber dem Europarat ist einer der schönsten Parks Straßburgs. Den Besucher erwarten das von Napoleon in Auftrag gegebene Palais Josephine, das Feinschmeckerrestaurant Bürehiesel und eine Bootsvermietung am See. Der Parc de Contades in der Avenue de la Paix wurde bereits im Jahr 1764 angelegt. Die umliegenden Wohnungen gehören zu den teuersten der ganzen Stadt. Mittelpunkt der Stadt ist der Münsterplatz, der auf Grund der Fallwinde, die am 142 hohen Münster entlang streifen, auch im warmen Sommerklima der Rheinebene eine angenehme Frische vermittelt. Das Münsterviertel mit seinen Einkaufsstraßen erstreckt sich zwischen den drei Plätzen Place Broglie, Place Gutenberg und Place Kleber. Der Place Broglie ist bekannt für seinen bunten Weihnachtsmarkt im Dezember.

Nahe des Münsterplatzes liegen auch das Alte Rathaus aus dem 18. Jahrhundert und das Theater aus dem Jahre 1804. Am Place Gutenberg findet sich die Handelskammer, das wichtigste Gebäude der Renaissance in der Stadt. bauten aus der Gründerzeit findet der Architekturinteressierte am Place Kleber. Am Place de la Republique steht das Totenmonument, ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges des Künstlers Leon Drivier aus dem Jahr 1936. Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die in Straßburg gelebt und gewirkt haben, gehören Johann Gutenberg (1400-1468), Entwickler des Buchdrucks, der von 1439 bis 1444 in Straßburg weilte. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) legte sein juristisches Abschlussexamen an der juristischen Fakultät in Straßburg ab. Louis Pasteur (1822-1895) ist der Entdecker des Tollwut-Erregers und lehrte an der Universität der Stadt. Gustave Dore (1832-1883) Zeichner und Illustrator sowie der Soziologe Georg Simmel (1858-1918).
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