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Schiltach Stadt

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Die Stadt Schiltach liegt im mittleren Schwarzwald, wo der Fluss Schiltach in die Kinzig mündet. Nachbargemeinden- und Städte sind Schenkenzell, Wolfach, Lauterbach, Schramberg und Aichhalden. Zu Schiltach gehört der Stadtteil Lehengericht, bestehend aus Vorder- und Hinterlehengericht. Bereits die Römer hatten im 1. Jahrhundert n.Chr. einen direkten Weg zwischen und Rottweil über den Brandsteig bei Rötenberg eingerichtet, um eine schnellere Verbindung zwischen den römischen Rhein- und Donauprovinzen zu schaffen. Er wurde vermutlich auf einem bereits von den Kelten genutzten Pfad angelegt. Schiltach war zu jener vermutlich eine römische Umlade- und Umspannstation. Darauf deuten einige Münzfunde. Im Jahr 1275 wurde das Kirchspiel Schiltach in schriftlichen Zeugnissen erstmals erwähnt. Dort wird ebenso die Schiltacher "cives" genannt. 1277 werden dann "Schlöss und Stött Schültach" schriftlich genannt.

1324 wird die Burg Schiltach in einem Bericht über die Bettelfahrt der Luitgard von Wittichen erwähnt, einer Mystikerin und Klostergründerin aus dem benachbarten Schenkenzell. Der damalige Besitzer war Herzog Hermann II. aus dem Hause der Herren von Teck. 1381 wurde die Burg und Ort Schiltach an den Grafen Eberhard von Württemberg veräußert. Damit lagen nun die Burg und der Ort Schiltach an der Grenze zwischen Württemberg und den Fürsten zu Fürstenberg. Die "Schiltacher Steige" wird 1386 genannt. Sie besaß damals überregionale Bedeutung, da es nur wenige Schwarzwaldübergänge von der Rheinebene auf die Baar und ins Schwabenland gab. Ab 1534 werden die Schiltacher reformiert, das das Haus Württemberg den Protestantischen Glauben annimmt.

Im Jahr 1500 wurde ein Abkommen zwischen dem Hause Württemberg und dem Hause Fürstenberg getroffen, das den nachbarlichen Städten an der oberen Kinzig - Schiltach und Wolfach - das Privileg des alleinigen Holzhandels via Flößerei auf der Kinzig garantiert und sehr genau regelt. Im 16. Jahrhundert wurde Schiltach von mehrmals von schlimmen Brandkatastrophen heimgesucht. Nach dem Brand des Jahres 1590 beauftragte man den jungen Heinrich Schickhard - einer der ersten deutschen Baumeister der Renaissance - mit dem Landesbaumeister Georg Beer vom württembergischen Landesherren Ludwig - den Wiederaufbau der Stadt durchzuführen. Das Aussehen des Schiltacher Stadtzentrums um den Marktplatz geht auf die Planungen dieser Württembergischen Staatsdiener zurück. 1634 erreichte Schiltach der erste Überfall während des Dreißigjährigen Krieges. Schloss und Stadt wurden anschließend durch die Villinger besetzt. Von diesem Zeitpunkt ab diente die Burg Schiltach oberhalb der Stadt als Kaserne für verschiedene Regimenter der kurbayrischen und französischen Armeen unter dem General Mercy.

Noch im selben Jahr wurde die Burg zerstört und sofort wieder aufgebaut. Fortan diente die Burg weniger militärischen Zwecken, sondern viel mehr als Depot für Lebensmittel und Kriegsgerät. 1643 entstand die Stadtansicht von Matthäus Merian, einem Kupferstecher und Verleger. Als sein Hauptwerk gilt die "Topographia Germaniae". Sie entstand um 1642 bis 1655 und war konzipiert nach den Ortsbeschreibungen von Martin Zeiller, einem protestantischen deutschen Autor der Barockzeit. Als eine der ersten Ansichten entstand die Abbildung von Schiltach. Sie zeigt dem Betrachter die einzige Ansicht der Burg Schiltach mit der gotischen Kirche im Tal.

Ende des 18. Jahrhunderts kamen Niederländer in den Schwarzwald, vor allem in das Murg und Kiziggebiet. Sie waren auf der Suche nach besonders großen Bäumen. Sie sollen für den Bau und die Erweiterung niederländischer Städte und für den Bau von Schiffen verwendet werden. Fortan hießen die örtlichen Baumriesen "Holländer", in Anlehnung an ihre Abnehmer. Der Holzhandel boomt fortan im Kinzigtal. Trotz der großen Nachfrage wurden die Schiltacher Flößer nicht reich, da der größte Teil des Verdienstens rund um das Holz bei den finanzkräftigeren Holländern blieb. Den größte Teil der Arbeit und das Risiko verblieb dagegen bei den Flößern.

Im Jahr 1810 kam Schiltach durch die Umstrukturierungen in Folge der Napoleonischen Kriege zum Großherzogtum Baden. Damit wurde aus dem schwäbischen Grenzstädtchen ein badisches. 1833 brannten die Kirche und ein Teil der Vorstadt ab. 10 Jahre dauerte es bis eine neue Kirche errichtet wurde. Dieser Kirchenbau überstieg die finanziellen Möglichkeiten Schiltachs und brachte die Stadt an den Rand eines Konkurses. Es ist auch die Zeit, in der viele Menschen der Region auswanderten. 1848 war Schiltach auch Ort der 1848/49 Revolution.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche neue Verkehrswege rund um den Schwarzwald eingerichtet. Unter anderem war 1858 die Straße nach Schramberg fertig gestellt, 1868 die Straße von Wolfach nach Schenkenzell. Auch die Bahn kam. Im Jahr 1886 erreichte die Kinzigtalbahn erstmals den Schiltacher Bahnhof. Einige Jahre später fuhr eine Stichbahn nach Schramberg. Doch mit der Bahn kam nicht nur Erfreuliches. Denn die steigende Mobilität führte zum Niedergang der Flößerei auf der Kinzig. Die Verbreitung des Schienennetzes in ganz Europa macht den Wasserwegen zunehmend Konkurrenz. Der Landkreis Wolfach, dem Schiltach bis 1973 angehörte, wurde im Zuge der Verwaltungsreform aufgelöst. Ab dem 1. Januar 1973 gehören Schiltach, Lehengericht sowie das benachbarte Schenkenzell und Kaltbrunn zum württembergischen Kreis Rottweil. 1974 wurde der heutige Stadtteil Lehengricht zu Schiltach eingemeindet.


Lehengericht
Der Stadtteil Lehengericht erstreckt sich südwestlich von Schiltach. Lehengericht war bis 1974 eine eigene Gemeinde. Die Gemarkung wird durchflossen von den Flüssen Kinzig und Schiltach. Der Stadtteil hat sich bis heute den Charakter einer typischen Schwarzwälder Streusiedlung erhalten. Lehengericht besteht aus den Ortsteilen Vorderlehengericht, Hinterlehengericht und dem Reichenbächle.
Kinzig

Foto: Kinzig

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