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Wiehre

Wiehre

Die Wiehre zählt zu den größten und ältesten Stadtteilen von Freiburg im Breisgau. Der Stadtteil liegt zu Füßen des Brombergs und Lorettobergs und erstreckt sich vom Dreisamtal südlich der Altstadt bis fast ins Hexental hinein. Die Grenze zur Altstadt ist der Fluss Dreisam. Im Osten grenzt die Wiehre an die Stadtteile Littenweiler und Freiburg Waldsee, im Süden liegt die Grenze zu Günterstal bei den herrlichen Wonnhaldewiesen. Im Westen der Wiehre liegen die Stadteile Haslach, St. Georgen und Vauban. Ein echter Wiehremer unterscheidet manchmal seine Herkunft nach anderen Kriterien. Denn die Wiehre ist eigentlich ein Zusammenschluss aus drei großen Bezirken - der Oberwiehre, der Mittelwiehre und Unterwiehre. Diese Unterteilung hat teilweise historische Zusammenhänge, und die Unterscheidung auf das schnelle Wachstum während des 20. Jahrhunderts zurückzuführen.

Urkundlich wird die Wiehre erstmals im Jahr 1008 n. Chr. genannt, als der Wildbann durch König Heinrich II. an den Bischoff zu Basel verliehen wurde. Eigentlich müsste die Wiehre, wenn man es ganz genau nimmt, Adelhausen-Wiehre heißen. Denn diese Wildbann-Urkunde, die das Jagen und die Nutzung des Waldes in dem umschriebenen Gebiet erlaubte, nannte auch das Dorf Adelhausen, das heute völlig aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden ist, aber ein Großteil des heutigen Stadtteilgebietes Wiehre ausmacht. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gliederten sich die beiden selbständigen Gemeinden Adelhausen und Wiehre in Ober- und Unterwiehre, Alt- und Neuadelhausen.

Über die Frühe Geschichte der Wiehre als auch Adelhausen, den Beginn der Besiedlung und wer hier lebte, darüber weiß man bis heute nur sehr wenig. Die Nennung eines St. Gallenbrunnens und einer St. Gallengasse lassen vermuten, dass es im frühen Mittelalter bereits Beziehungen zum Kloster St. Gallen in der heutigen Schweiz gegeben hat. Aufgrund der Lage in der Ebene, nicht selten von der Dreisam überflutet, ließen bisher keine frühen Funde zu, wie man sie andernorts im Breisgau von Kelten, Römer und Alemannen vorfand.

Ab 1078 kamen die Zähringer in den Breisgau. Mit der Entstehung der Stadt Freiburg gelangte auch die Wiehre in den Machtbereich der Zähringer Herzöge, später herrschten die Grafen von Freiburg. Als Ministeriale vor Ort setzte man die Herren von Falkenstein im 13. Jahrhundert ein, die schon große Teile des Dreisamtals verwalteten und die Höhen des Schwarzwaldes urbar machten. In der Wiehre des Mittelalters hatte das Wasser eine zentrale Bedeutung. Der Name Wiehre steht auch in engem Zusammenhang mit der Nähe zum Fluss Dreisam. Früher war die Dreisam ein breiter Fluss mit mehreren teil wilden Flussarmen, weswegen ihn die Kelten "Tragisma", die Schnellfließende, tauften. Folglich schützten sich die Menschen im Dorf Wiehre durch Wehre, mit denen die Menschen aber auch arbeiten konnten, indem sie die die Felder und Wiesenflächen kontrolliert bewässerten, Mühlen die Kraft des Wassers nutzten. Aus den Wehren (ahd. Wühre) entwickelte sich der auch der Stadtteilname Wiehre.

So führten bereits im Mittelalter wichtige Gewerbebäche (Runzen) von der Dreisam weg, an denen sich das auf Wasser angewiesene Gewerbe, wie z.B. Getreidemühlen und Sägen, ansiedelten. Vom Wasser der Wiehre waren auch viele andere Orte der südlichen Breisgauer Bucht angewiesen, wie Haslach, Umkirch und der Mundenhof. Die letzte Mühle in der Wiehre selbst wurde erst vor rund 40 Jahren abgerissen. An jener Stelle steht heute das Haus der Jugend. Einer dieser alten "Runzen" ist unter anderem der Kronenmühlenbach. Das Wasser wird an der Schwabentorbrücke abgeleitet und fließt bis nach Haslach. Im ausgehenden Mittelalter entwickelte sich die Wiehre daher zu einer prosperierenden Vorstadt und auch der Adel ließ sich nieder.

Ein bitteres Ende für die Entwicklung und den Fortbestand der Wiehre brachten der Dreißigjährige Krieg und die folgenden Erbfolgekriege. Durch die Kämpfe wurden die meisten Gebäude zerstört, die Menschen zogen sich hinter die dicken Mauern Freiburgs zurück. Im 17. Jahrhundert wurde das benachbarte Freiburg unter dem französischen Festungsbaumeister Vauban zur Festung ausgebaut. Aus strategischen Gründen durfte die Fläche vor einer Festung nicht besiedelt sein, um ein freies Schussfeld zu haben und dem Gegner keine Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. Somit wurde die Wiehre wie auch das Nachbardorf Adelhausen dem Erdboden gleich gemacht. Erst im Laufe des Ende 18. Jahrhunderts begann wieder eine dauerhafte Besiedelung der Wiehre.

Der Übergang zur Vorstadt von Freiburg vollzog sich ab 1825, als die Wiehre ins Stadtgebiet eingemeindet wurde. Die vollkommene politische und finanzielle Vereinigung von Wiehre und Stadt schuf die Voraussetzung für eine rasante Besiedelung. Viele Wiesen wurden trockengelegt, der Hölderlebach gezähmt, das Dreisamufer durch neue Dämme und Begradigung in seine heutige Form gebracht. Im Jahr 1844 wurde bereits der erste Bebauungsplan erstellt. Es ließen sich Gelehrte und Militärs, Diplomaten und Großkaufleute in der Wiehre nieder. Die Voraussetzungen hierfür wurden bereits 1844-1846 durch den Bau der mittleren Dreisambrücke und ab 1860 durch die Anlage der heutigen Günterstalstraße und die damit verbundene Verbesserung des gesamten Wegenetzes geschaffen. Insbesondere die Gründerzeit veranlasste viele Häuslebauer, sich in der Wiehre anzusiedeln, es entstanden im Laufe der Jahre Villen und großbürgerliche Mehrfamilienhäuser im Stile des Historismus, des Jugendstils und des Klassizismus.

Auch ein Großteil des Kleingewerbes, das in der Altstadt keinen Platz mehr hatte, siedelte sich in der Wiehre an. Die erste Gasfabrik von Freiburg baute man an der Stelle, wo heute die Johanneskirche steht. Entlang der Dreisam entstand ein kleines Gewerbegebiet mit Handwerksbetrieben und einer kleinen Brauerei, eine Bahnlinie (Höllentalbahn) durchquerte den Stadtteil und verband die Wiehre mit dem Umland. Heute zählt die Wiehre zu den schönsten und beliebtesten Stadtteilen Freiburgs. Von der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg zum Großteil verschont, stehen noch heute zahlreiche Bürgerhäuser aus der Gründerzeit und aus dem beginnenden 20. Jahrhundert. Die Wiehre mit ihren ca. 11.000 Einwohnern bildet vom Dreisamtal her betrachtet heute das "Tor zur Innenstadt".
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