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Tuniberg

Der Tuniberg ist eine kleine Erhebung im westlichen Breisgau. Die Erhebung erstreckt liegt zwischen Schwarzwald und Rhein und wird gerne als einer kleiner Bruder des größeren und bekannteren Kaiserstuhls gesehen. Zusammen mit dem Kaiserstuhl bildet der Tuniberg die Ferienregion Kaiserstuhl-Tuniberg. Der Tuniberg selbst hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 9 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 3 km. Rund um den Tuniberg liegen die selbstständigen Gemeinden Merdingen und Gottenheim sowie Oberrimsingen und Niederrimsingen, die zu Breisach am Rhein gehören. Der östliche Tunibergbereich gehört bereits zu Freiburg im Breisgau, denn dort liegen die ehemals selbstständigen Dörfer und heutige Stadtteile Waltershofen, Opfingen, Tiengen und Munzingen.

Der geologische Unterbau des Tunibergs besteht aus Kalkstein, der aber nur an wenigen Stellen an der Oberfläche in Erscheinung tritt. Das Kalk-Urgestein wird meist durch die mächtige, bis zu 40 m starke Löss-Schichten verdeckt. Der Tuniberg überragt fast gleichmäßig als flacher Bergrücken die südliche Oberrheinebene mit nur rund 100 Meter und bietet an vielen Stellen einen traumhaften Ausblick auf den nahe gelegenen Schwarzwald und die Vogesen. Vor allem Sportbegeisterten scheint dieser kleine, aber feine Höhenunterschied zu gefallen. Der Tuniberg ist ein beliebtes Ziel vieler Weinbergwanderer, Nordic Walker, Radsportler und für Inliner. Das milde Klima - der Tuniberg wird klimatisch durch mediterrane und maritim-atlantische Einflüsse geprägt und zählt zu den wärmsten und sonnigsten Gebieten Deutschlands – sowie die fruchtbaren Lössböden darüber hinaus bieten ideale Voraussetzungen für den Anbau von Wein, Obst und Spargel.

Der Beginn des Weinanbaus am Oberrhein ist nach neuesten Untersuchungen schon vor der römischen Besiedlung zu datieren. man geht davon aus, dass bereits die hier im Breisgau lebenden Kelten den Weinbau beherrschten, wenn auch nicht so professionell und mit wilden Traubensorten. Die römischen Legionäre und Siedler führten dann in den ersten 3. Jahrhunderten n. Chr. neuere Methoden des Weinbaus ein. Die Belege für den römischen Weinbauimport liegen natürlich nicht schriftlich vor, aber bestimmte Kultivierungsmethoden und Rebsorten vergangener Jahrhunderte sowie die Konstruktion der Baumkeltern, wie sie in Tiengen oder Merdingen noch zu besichtigen sind, deuten auf römische Ursprünge hin.

Auch die den Römern folgenden Alemannen waren dem Rebensaft offenbar nicht abgeneigt. Sie übernahmen die Tradition des Weinbaus entweder von Römern oder der keltischen Urbevölkerung. Es findet sich bereits im Jahre 888 n. Chr. eine erste urkundliche Erwähnung des Rebbaus am Tuniberg. Heute gilt das Weinanbaugebiet Tuniberg aufgrund seines hohen Burgundertraubenanteils als kleine Burgunderoase Badens. Der Blaue Spätburgunder hat mit über 50% den höchsten Anteil an der rund. 1050 ha großen Rebfläche. Der Burgunder wird gefolgt von Müller-Thurgau (30%) sowie Grau- und Weißburgunder. Bekannte Namen sind unter anderem der Gottenheimer Kirchberg oder die Weingroßlage Attilafelsen. Die Bezeichnung der Weingroßlage Attilafelsen geht auf eine hier überlieferte Sage zurück, nach welcher der Hunnenkönig Attila im Kampf nahe des Tunibergs gefallen und in einem kostbaren Sarg bestattet worden sei. 1955 sorgte der WG-Vorstand Otto Fischer von Niederrimsingen mit einem gelungener Aprilscherz für den angeblichen Fund des Attilagrabes unter einem Felsen am Tuniberg. Aus diesem Scherz heraus entwickelte sich die Markte Attilafelsen.

Der überwiegende Teil der Rebfläche am Tuniberg wird von den Tuniberger Winzergenossenschaften bewirtschaftet. Während die Pflege des Rebstocks und die Weinlese vorwiegend in den Händen der Winzer liegt, kümmert sich der Badische Winzerkeller Breisach um die Verarbeitung und Vermarktung der Trauben. Jährlich werden dabei über 100 verschiedene Weine getrennt nach Lagen, Sorten und Qualitätsstufen ausgebaut. Sowohl die acht Tuniberger Winzergenossenschaften als auch einzelne Weingüter erhalten regelmäßig Auszeichnungen für ihre qualitativ hochwertigen Weine. Seit ca. 2.000 Jahren vollzieht sich ein langsamer Wandel von der weitgehend bewaldeten Naturlandschaft hin zur offenen Kulturlandschaft. Die Erbteilung in Südbaden führte über Jahrhunderte hinweg zu kleinen, zersplitterten Grundstücken. Bis dann in den 1960er Jahren die Rebflur neu aufgeteilt und großflächige Terrassen angelegt wurden, fand eine vielfältige landwirtschaftliche Nutzung auf diesem kleinen Raum statt. Erst durch die Flurbereinigung am Tuniberg wie auch am benachbarten Kaiserstuhl ermöglichte den Einsatz von modernen Maschinen und effektiveren Weinbaumethoden.

Allerdings kein Fortschritt ohne Nachteile, denn die stark an Rationalisierung und Ertragssteigerung orientierte Bewirtschaftung gefährdete ziemlich bald den Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen. Heute werden durch eine Vielzahl von Maßnahmen und eine umweltschonende Anbauweise mit punktuellen Renaturierungsmaßnahmen Kleinbiotope für eine artenreiche Flora und Fauna am Tuniberg am Tuniberg geschaffen. Die Winzer verzichten möglichst auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Weinbergfläche ist dauerbegrünt. In zum Teil mühevoller Handarbeit leisten die Winzer Rebstock für Rebstock einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der Natur und Landschaft, der zu würdigen ist und darüber hinaus für Spitzenweine sorgt. Zahlreiche Prämierungen beweisen Jahr für Jahr die außergewöhnliche gute Qualität der Tuniberg-Weine.

Rundum den Tuniberg liegen zahlreiche Gemeinden, die auf eine sehr lange Besiedlungsgeschichte zurückblicken. Die Gemeinde Umkirch befindet sich nordöstlich des Tunibergs und liegt bereits nahe der Autobahn A5. Für viele Pendler und Besucher, die aus dem Schwarzwald und aus Freiburg kommen, ist Umkirch so etwas wie das "Tor zum Tuniberg". Denn die Gemeinde liegt nicht nur an der Autobahnausfahrt Freiburg Mitte, sondern auch am Ende des Zubringer Mitte, der aus der Freiburger Innenstadt nach Westen führt. Südwestlich und südlich des Tunibergs befinden sich noch die zu Breisach gehörenden Ortsteile Niederrimsingen und Oberrimsingen sowie Hausen, das zur Gemeinde Bad Krozingen gehört. Durch die Gebietsreform in den siebziger Jahren hat sich Freiburg nach Westen ausgedehnt. Die bis dahin eigenständigen Gemeinden Hochdorf, Munzingen, Opfingen, Tiengen und Waltershofen wurden eingemeindet, so dass die Gemarkung der Breisgaumetropole mittlerweile schon fast das Rheinufer im Westen berührt. Gottenheim und Merdingen haben sich ihre Selbstständigkeit bis heute bewahrt. Mittelständische Betriebe und der Weinbau sind die wirtschaftlichen Pfeiler dieser beiden Tuniberggemeinden.

Als sehenswert gilt die Erentrudiskapelle am Tuniberg. Die Erentrudiskapelle steht auf der südöstlichen Tunibergspitze oberhalb von Munzingen. Dort liegt auch einer der schönsten Aussichtspunkte des Breisgaus, hoch über der Ebene. Dorf blickt man in den Breisgau und ins Markgräflerland. Denn südlich des Tunibergs, zwischen Basel und Freiburg, entlang des Oberrheins und im südlichem Schwarzwald liegt das weithin bekannte Markgräflerland. Beschreibungen und Gedichte über dieser Landschaft lesen sich oft wie Geschichten aus einem Märchen. Denn das milde Klima, die idyllisch schönen Weinberge, die Obstbäume, Wiesen und Felder, schöne alte Dörfer und historischen Städtle verbinden sich zu einem landschaftlich einzigartigen Gesamtbild, wie es nur das Markgräflerland zu bieten hat. Mit dem Kaiserstuhl bildet der Tuniberg heute eine kulturell und geographisch eigenständige Ferienreion zwischen Rhein und Schwarzwalds in der Oberrheinischen Tiefebene, westlich der Großstadt Freiburg im Breisgau.
Munzingen am Tuniberg

Foto: Munzingen am Tuniberg

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