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Sunndig | 19.05.13 | 09:21
Baden-Württemberg

Kastelburg

Die Kastelburg steht weithin sichtbar oberhalb der Stadt Waldkirch. Für Waldkirch und das beginnende Elztal ist die Burg ein Markenzeichen und zugleich Zentrum der regionalen Geschichte bis weit in das Mittelalter zurück. Die Erhaltung, Zugänglichkeit und die Sicherheit auf der Kastelburg wird durch die Arbeit der Arbeitsgruppe "Kastelburg in Not" des Heimat- und Verkehrsverein Waldkirch gewährleistet. Erbaut wurde die Burganlage Mitte des 13. Jahrhunderts von den Herren von Schwarzenberg, die bereits die Burg Schwarzenberg auf der anderen Seite des Tales besaßen und die Obhut über das Städtchen Waldkirch innehatten. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kastelburg im Jahr 1289. Um im Mittelalter vom Breisgau nach Schwaben und in den mittleren Schwarzwald zu kommen, musste man unter anderem das Elztal passieren. Daher hatte die Burg eine Kontrollfunktion über den Verkehr am Eingang des Elztals und eine Sicherungsfunktion über Waldkirch, das dort ansässige Frauenkloster St. Margareta und die nähere Umgebung.

Ab dem 14. Jahrhundert unterstanden die Schwarzenberger dem Herzog von Österreich. Österreich hatte die Burg als Pfand genommen, als sie Walter von Schwarzenberg aus einer Gefangenschaft freikauften. Später, als die Herren von Schwarzenberg bereits ausgestorben waren, übertrugen die Österreicher die Burg dem adligen Ritter Martin Malterer als Lehen. Die Malterer waren ein Patriziergeschlecht aus Freiburg. Der Sage nach zogen der neue Burgherr und seine Frau mit einem pompösen Umzug in die Kastelburg ein. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Burg weiter ausgebaut und vergrößert. Der erst eingezogene Ritter Malterer fiel allerdings schon bald in der Schlacht bei Sempach, als er für Österreich gegen den schwäbisch-rheinischen Städteverbund kämpfte. Die Burg viel nun wieder an Österreich zurück und in den folgenden 2. Jahrhunderten wechselten öfters die Besitzer. Dies führte zu einer stärkeren Abnutzung, sodass die Anlage schon zu Beginn des im 17. Jahrhundert auffällig heruntergekommen war.

Erst während des Dreißigjährigen Krieges, der Breisgau war anfangs von Kriegshandlungen verschont geblieben, baute man als Vorsichtsmaßnahme die Burg erneut aus und verstärkte sie dem Zeitgeist entsprechend. Leider wurde die Burg im Laufe des langen Krieges dennoch zerstört, als Truppen der Katholischen Liga die Wehranlage am 14. März 1634 nicht dem Feind preisgeben wollten und sie vorsorglich sprengten. Danach wurde sie nicht wieder aufgebaut und verkam als Steinbruch. Als im Jahr 1806 die Kastellburg zu Baden kam, stellt man erstmals finanzielle Mittel zur Verfügung, um die bis dato erhaltenen Mauerreste der Burg zu pflegen und den Verfall aufzuhalten. Im Jahr 1970 erwarb die Stadt Waldkirch die Kastelburg und sie ist seither der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Zur Bug kommt man am Besten mit dem Zug (Breisgau-S-Bahn) oder dem Auto bis zum Bahnhof in Waldkirch. Nach dem Überqueren der Bahnlinie gleich nach rechts einbiegen. Am Waldrand beginnt ein Weg, der in Serpentinen bis zur Burg führt.
Kastelburg bei Waldkirch

Foto: Kastelburg bei Waldkirch

Bilder Kastelburg Waldkirch

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