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Fridig | 03.09.10 | 12:51

Altstadt von Villingen

Am besten erkundet man die historische Stadt an der Brigach durch eine Anfahrt mit der Schwarzwaldbahn, die Offenburg über Singen mit Konstanz am Bodensee verbindet. Ursprünglich hatte die Stadtbefestigung einen dreifachen Mauerring. Die heute noch erhaltenen Reste, darunter drei Stadttore und Türme, gehörten zum inneren Befestigunsgring.

Westlich des Bahnhofs betritt man den noch größtenteils von der historischen Ringmauer umschlossenen ovalen Altstadtkern von Villingen durch das Bickentor. An den quadratischen Torturm aus dem 13. Jahrhundert lehnt sich an der Seite das barocke Ursulinenkloster, in dem ab 1782 die Schwestern des Ursulinenordens eine Klosterschule für Mädchen betrieben. Südlich davon steht der Kaiserturm. Über die von Bürgerhäusern mit Erkern und Dachgauben gesäumte Bickenstraße erreicht man den Marktplatz.

Die Villinger nennen ihn gerne salopp "Latschariplatz". Rechts führt die Obere Straße zum Obertor, das die Stadt einst nach Norden absicherte. Links führt die Niedere Straße zum ehemaligen Niedertor, das die Stadt nach Süden absicherte. Es wurde allerdings 1847 abgerissen. Das Café Raben in der Oberen Straße, mit seiner seit 1900 bemalten Fassade, ist der Blickfang der Häuserzeile. Dort geht es von der Oberen Straße nach links zum lang gezogenen Münsterplatz hin. Dieser wird ganz vom "Münster Unserer Lieben Frau", dem Wahrzeichen Villingens, in seiner Mitte beherrscht.

Die dreischiffige Pfeilerbasilika wurde bereits im Jahr 1130 begonnen, der Chor nach dem großen Stadtbrand 1271 im hochgotischen Stil neu aufgebaut. Die beiden jeweils 50 Meter hohen Kirchtürme im Osten sind erst im 15. Jahrhundert vollendet werden. Aus der romanischen Epoche blieben das Westportal und das Südportal erhalten. Von der Innenausstattung sind der Altaraufsatz und die spätgotische Steinkanzel sehenswert.

Gegenüber dem Chor des Münsters ist das dreistöckige Alte Rathaus mit seinem bemalten Staffelgiebel sehenswert. Es wurde 1306 errichtet und 1534 spätgotisch umgebaut. Daneben steht das Neue Rathaus, ein ursprünglich spätgotisches Münsterpfarrhaus. Parallel zum Münsterplatz führt die Rietgasse nach Westen, die vom viereckigen Riettor abgeschlossen wird. Zu seiner Linken befinden sich die Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters.

Die im Jahr 1292 geweihte und 1704 nach einem Brand vom Vorarlberger Baumeister Jodukus Beer originalgetreu wieder aufgebaute gotische Stiftskirche wird seit 1982 als Konzerthaus genutzt und ist für ihre ausgezeichnete Akustik bekannt. Das Franziskanermuseum im Kreuzgang und in der ehemaligen Sakristei zählt mit Tausenden Objekten zu den bedeutendsten volkskundlichen Sammlungen im Schwarzwald.

Aus der frühgeschichtlichen keltischen Epoche ist ein rekonstruiertes keltisches Fürstengrab aus der Hallstattzeit sehenswert. Als eines der kostbarsten Stücke gilt ein mittelalterlicher Bilderteppich aus dem 15. Jahrhundert und eine Schwarzwalduhr aus dem Jahr 1706.

Weiter südlich vom Franziskanermuseum steht der Romäusturm. Er ist mit 37 Meter Höhe der höchste Geschützturm der Stadtbefestigung. Er ist benannt nach dem sagenhaften Remigius Mans, meist nur Romäus genannt, einem Villinger Bürger und Landsknecht.

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