Vauban
Der Quartier Vauban im Freiburger Süden, zwischen den Stadtteilen Wiehre, St. Georgen und der Freiburger Nachbargemeinde Merzhausen im Hexental gelegen, gehört neben dem Riesenfeld zu den jungen Freiburger Stadtteilen. Zu Beginn der Entwicklungsphase noch "St.Georgen Süd" genannt, hat das Vauban mittlerweile den Status eines selbstständigen Stadtteils erhalten.Historisch gesehen steht der Stadtteil Vauban auf der Gemarkung von St. Georgen. Die Gemarkung von St. Georgen dehnte sich einst über die Merzhauser Straße bis an den Schlierberg (westlicher Lorettoberg) aus. Doch das früher selbstständige St. Georgen wurde gegen seinen Willen 1938 nach Freiburg zwangseingemeindet. Ein Grund für diesen Vorgang war auch der Wunsch der damals in Freiburg aktiven politischen Kräfte, auf dem heutigen Vauban eine Wehrmachtskaserne zu errichten.
Die Schlageterkaserne (1937-1945) benannt nach Albert Leo Schlageter, hatte nur bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestand. Am 21. April 1945 marschierten Franzosen in Freiburg ein, übernahmen die unzerstörte deutsche Kaserne und tauften sie nach ihrem einstigen Festungsbaumeister Vaubankaserne Vauban, denn Vauban hatte nach dem 30jährigen Krieg auch die Festung Freiburg um die Altstadt und auf dem Schlossberg bereits angelegt.
Die Französischen Soldaten blieben bis August 1992 in Freiburg und die Forces Françaises en Allemagne (FFA) verließen dann, nach Veränderungen der weltpolitischen Lage und der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990, die Vaubankaserne. Damit ging ein prägendes Kapitel in der Freiburger Stadtgeschichte zu Ende, das man auch oft Franzosenzeit bezeichnet. Alsbald kam in Freiburg der Wunsch nach neuem bezahlbarem Wohnraum auf, nachdem die Bevölkerung in der Breigaumetropole Anfang der 1990iger rasant angestiegen war. Das frei gewordene Militärgelände bot in dieser Situation eine gute Gelegenheit, städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen einzuleiten.
Mittlerweile ist der neue Stadtteil Vauban sogar weit über Freiburgs Grenzen hinaus bekannt. Auf dem ehemaligen Kasernengelände der französischen Streitkräfte entstand seit 1992 auf einer Fläche von 38 Hektar Wohnraum für insgesamt rund 5.000 Menschen. Das Vauban ist ein Stadtteil, in dem Bürgerengagement, Bauen in der Gemeinschaft und umweltbewusstes Leben seit seiner Gründung große Bedeutung haben sollen. Alle Bauherren sind auf dem Areal zur Niedrigenergiebauweise verpflichtet. Passivbauweise, Plusenergiehäuser und der Einsatz von Solartechnik sind aber freiwillige Leistungen.
Mit einem ersten Spatenstich brachte Oberbürgermeister Dieter Salomon sowie Vertreter des Bundes, des Landes und der VAG am 9. Oktober 2003 den Bau der Stadtbahnlinie Vauban auf den Weg. Die rund 2,5 Kilometer lange Neubaustrecke verbindet seit 2006 nun den Stadtteil Vauban und die Unterwiehre mit der Innenstadt. Das gesamte Wohngebiet ist verkehrsberuhigt, zum Teil sogar autofrei. Die Fahrzeuge haben ihren Stellplatz in einer der beiden Quartiersgaragen am Rand des Wohngebietes. Auf dem ehemaligen Sportplatzgelände – wo einst das französische Militär sich sportlich fitt hielt - errichteten verschiedene Freiburger Bauträger energieoptimierte Reihen- und Mehrfamilienhäuser. Das Quartier Vauban war und ist ein Modellprojekt für eine nachhaltige sowie an ökologischen Zielen ausgerichtete Stadtentwicklung.








































