St. Peter im Schwarzwald
Der heilklimatische Kurort St. Peter liegt auf rund 750 Metern Höhe südöstlich des
Kandels auf einer Hochebene an der Schwarzwald-Panoramastraße. Nachbargemeinden sind Glottertal, Buchenbach, St. Märgen, Simonswald und Stegen im
Dreisamtal. Heute wie auch vor Jahrhunderten bildet das ehemalige Benediktinerkloster St. Peter das Zentrum des Ortsbildes. Namensgeber des Ortes und des ehemaligen Klosters ist der heilige Petrus.
Der Zähringer Herzog Bertold II. bewies guten Geschmack, als er sich so ein schönes Fleckchen Erde aussuchte, um sich dort ein
Hauskloster bauen zu lassen. Als er im Jahr 1093 die Klosteranlage erstellen ließ, stattete er es gleichzeitig mit zahlreichen Besitztümern im Schwarzwald aus
und stellten das Kloster unter den apostolischen Schutz von Papst Urban II. Zahlreiche Herzöge der Zähringer wurden in der Familiengruft in St. Peter bestattet. Allerdings starb das Geschlecht der Zähringer schon im 13. Jahrhundert aus, so dass St. Peter über Jahrhunderte hinweg ohne die politische Unterstützung seiner Gründer keine besondere Rolle außerhalb seines unmittelbaren regionalen Einflussgebietes erreichte. Nach den Zähringern übten die Grafen von Freiburg die Herrschaft über St. Peter aus. Durch Verpfändung gelangte der Ort und sein
Kloster schließlich in die Hände der
Habsburger. Im 18. Jahrhundert erlebte die Klosteranlage eine erneute kulturelle Blüte.
Nachdem die mittelalterlichen Gebäude insgesamt vie Mal fast vollständig abgebrannt waren, baute man die
Klosteranlage im Stil des
Barock wieder auf. Architekt des heute erhaltenen Klosters war
Peter Thumb, die reiche barocke Ausstattung stammt unter anderem von Franz Joseph Spiegler und Joseph Anton Feuchtmayer war für die Skulpturen zuständig. Die heute noch aus der Barockzeit erhaltenen Gebäude samt Ausstattung zählen zu den schönsten im ganzen Südschwarzwald. Insbesondere die
Rokoko-Bibliothek im Klosterkomplex zieht zahlreiche Besucher aus aller Welt an. Als im Jahr 1806 säkularisiert wurde, wurde das Kloster in St. Peter aufgelöst und das Großherzogtum Baden übernahm den Ort und seine Klostergebäude. Im Jahr 1842 richtete das
Erzbistum Freiburg in den ehemaligen Klostergebäuden ein Priesterseminar ein, welches heute noch aktiv genutzt wird.
Bürgerschaft
Diese Bezeichnung umschreibt die nicht klösterlichen Wohn- und Arbeitshäuser, die sich rund um die Klosteranlage bildeten. Bürgerschaft bildet den Ortskern der Gesamtgemeinde.
Kandelberg
Der Ortsteil liegt nördlich von St. Peter an der Südseite des Kandelmassivs und besteht aus wenigen Höfen.
Kapfenberg
Nordöstlich von St. Peter liegt der Ortsbereich Kapfenberg, der überwiegend bewaldet ist.
Neuwelt
Der Ortsbereich Neuwelt schließt die Gemarkung St. Peter im Norden ab. Das Gebiet liegt an der Südfalnke des Kandels und wurde erst im 18. Jahrundert zur Besiedlung gerodet.
Oberibental
Zwischen St. Peter und St. Märgen erstreckt sich stark vom Hauptort ins Dreisamtal abfallend das Ibenbachtal. Während Oberibental zu St. Peter gehört, zählt das Unteribental zu Buchenbach.
Ränke
Der Ortsteil Ränke lieg nordwestlich von St. Peter in oberen Glottertal. Ränke besteht bedingt durch die enge Tallage aus nur wenigen verstreuten Höfen.
Rohr
Der Ortsteil Rohr liegt nördlich von St. Peter unterhalb des Kandelgipfels und fasst die dort liegenden Bauerhöfe zusammen.
Sägendobel
Im oberen Tal der Glotter liegt der Ortsteil Sägendobel. Hier befand sich seit dem Mittelalter die klostereigene Säge St. Peters, die sich die Kraft des Glotterwassers zunutze machte.
Schönhöfe
Die Schönhöfe liegen nördlich von St. Peter rund um den Plattensee und dienen insbesondere der Naherholung. Heute wird die Hochfläche auch zur Gewinnung von Windenergie genutzt.
Schmittbach
Der Ortsteil liegt nördlich von St. Peter und bietet einen herrlichen Ausblick über die Region. Die unter Schnittbach zusammengefassten Bauerhöfe sind heute besonders auf den Fremdenverkehr ausgerichtet.
Seelgut
Unter Seelgut sammelt man den Randbereich St. Peters zusammen, der sich östlich und südlich der Klosteranlage erstreckt. Früher waren es größere bäuerliche Einzelhöfe, heute gehen diese Güter durch das starke Wachstum St. Peters im Landschaftsbild etwas verloren.