Zischdig | 29.07.14 | 04:35
Baden-Württemberg

Schwenninger Moos

Das Schwenninger Moos ist ein ansehnliches Moorgebiet und hat ungefähr 100 Hektar Ausdehnung. Direkt im Schwenninger Moos, das in einer Höhe von zirka 700 Meter über dem Meeresspiegel auf der europäischen Wasserscheide liegt, befindet sich der Neckarursprung. Während das Wasser des Neckars in den Rhein und damit in die Nordsee fließt, endet die nur einige Kilometer entfernte entspringende Donau im Schwarzen Meer. Ein Rundweg von ca. 3,5 Kilometer Länge führt rund um das Schwenninger Moos. Dieser Rundweg ist bei Spaziergängern und Jogger gleichsam beliebt. Meistens führt der Wanderweg direkt am Moos entlang. Vom Moos fließt das Wasser zum einen nach Südwesten, zum Marbacher Talbach, aber auch zur Brigach und damit zur Donau. Ein Teil des Moos-Wassers wird nach Norden ins Regenrückhaltebecken Bauchenberg geleitet.

Das einst mächtige Torflager des Schwenninger Mooses, das sich im Laufe von Jahrtausenden gebildet hatte, wurde in den letzten 200 Jahren mit mehrfachen Unterbrechungen abgebaut. Entwässerungsmaßnahmen bei den Abbauarbeiten führten zwangsläufig zum Zusammenfallen des verbliebenen Moorkörpers. Das gleichmäßige künstlich angelegte System der Entwässerungsgräben ist bis heute im verbliebenen Moos sichtbar geblieben. Die Austrocknung des Moorkörpers machte es Sträuchern und Bäumen darüber hinaus möglich, die Flächen zu besiedeln, so dass die Moorlandschaft während der letzten 100 Jahre zunehmend verwaldete. Die Verwaldung unterstützte dabei noch zusätzlich die Austrocknung des Moores durch den Wasserbedarf der Bäume und Sträucher. Die moortypische Flora und Fauna wurde im Laufe der Zeit fast vollständig verdrängt.

Bereits in der Mitte der 70iger Jahre des letzten Jahrhunderts erkannte man das Problem und Anfang 1980 konnten bereits, mit Unterstützung der Bezirksstelle für Naturschutz- und Landschaftspflege Freiburg, die ersten Schritte zur Rettung des Mooses eingeleitet werden. 1982 wurden erstmals Wiederbewässerungsmaßnahmen des Schwenninger Moos in Angriff genommen, um den Wasserhaushalt des Mooses nachhaltig und dauerhaft zu verbessern. Die vorhandenen Entwässerungsgräben konnten nach und nach mit Dämmen aus Torf und Gestrüpp verbaut werden, so dass das Niederschlagswasser angestaut wurde und der Wasserspiegel insgesamt wieder im Moos anstieg. Der hohe Wasserstand verhindert nun auch das Verrotten des im Erdreich vorhandenen Torfes und das Aufkommen von Baumjungwuchs, älteren Bäumen war die neue Situation zu feucht und sie starben durch den anhaltenden Sauerstoffmangel an ihren Wurzeln ab. Mit der Wiederbewässerung wurde die Austrocknung und die anhaltende Verwaldung endgültig gestoppt. Das Wachstum der Moose und anderer typischer Moorpflanzen konnte somit in den 1980igern wieder beginnen und die Regenerierung der noch vorhandenen Moorlandschaft nahm ihren Lauf. Die feuchte Umgebung ist heute wieder Heimat vieler Tier- und Insektenarten, welche im Schwenninger Moos schon seit Jahrtausenden leben.

Schwenninger Moos
ak moos
www.schwenningermoos.de
Schwenninger Moos

Foto: Schwenninger Moos

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