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Dunnschdig | 24.07.14 | 23:41
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Kaiserstuhl

Kaiserstuhl

Der Kaiserstuhl ist ein bis 557 m ü. NN hoher Berg vulkanischen Ursprungs im Südwesten von Baden-Württemberg. Zusammen mit dem kleineren Tuniberg und dem östlich gelegenen Nimberg bildet der Kaiserstuhl eine besondere Ferienregion zwischen Rhein und Schwarzwald im deutsche Südwesten. In seiner weitesten Ausdehnung vom Südwesten bei Ihringen bis zum Riegeler Michaelsberg im Nordosten ist der Kaiserstuhl 16 km lang, seine größte Breite beträgt 12,5 km. Totenkopf (557 m), Eichelspitze (520 m) und Katharinenberg (492 m) sind die höchsten Erhebungen des Kaiserstuhls.

Der Kaiserstuhl besitzt eine einzigartige Geographie. Die Entstehung des Kaiserstuhlvulkans geht auf vulkanischen Aktivitäten im Oberrheingraben rund um das Tertiär zurück. Der Kaiserstuhl ist der einzige größere Vulkan aus dieser Zeit im Bereich des Oberrheingrabens. Der Kaiserstuhl mit seinen günstigen Klima- und Bodenverhältnissen wurde schon sehr früh von Menschen besiedelt. An manchen Orten fand man die Spuren alt- und mittelsteinzeitlicher Jäger und Sammler. In Jechtingen, Bischoffingen und Königschaffhausen wie auch andernorts kamen bei Bauarbeiten und gezielten Grabungen im Laufe der letzten 100 Jahre im wieder Spuren dieser früheren sesshaften Bewohner des Kaiserstuhlgebiets zu Tage.

Ein Gräberfeld der so genannten "Rössener Kultur" aus Jechtingen gehört mit mehr als 100 Bestattungen zu den bedeutendsten Fundplätzen. Bei archäologischen Ausgrabungen fand man verzierte Tongefäße, Feuersteingeräte, Waffen und reichhaltiger Kettenschmuck aus Kalksteinperlen, Muscheln und Zierzähnen. Auf dem Limberg hat die "Michelsberger Kultur" ein großes befestigtes Dorf hinterlassen. Funde der bäuerlichen Kultur der Bandkeramik sind aus Endingen, Königschaffhausen und Bischoffingen bekannt.

Die Siedlungen der Bronze-, Urnenfelder-, Hallstatt- und Latenezeit lagen in möglichst günstiger und geschützter Lage am Rande des Kaiserstuhls. Die vielen kleinen Wasserläufe, die Wasser für die Siedlungen lieferte und der Fischfang vor der Haustüre möglich machten, sind seit der Rheinkorrektion nicht mehr vorhanden. Große keltische Städte lagen auf dem Limberg bei Sasbach, bei Burkheim und in Breisach.

Der Kaiserstuhl war bis zur Ankunft der Römer dicht besiedelt. Das ursprünglich dichtere Siedlungsbild hat sich aber nach der alemannischen Landnahme im 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. aufgelockert und erst wieder im Mittelalter neu entwickelt. Zahlreiche Siedlungen verschwanden und nur die ehemals zugehörigen Gräberfelder vermitteln noch heute ein Bild aus der frühzeitlichen Siedlungsgeschichte.

Der Kaiserstuhl sorgt regelmäßig für heiße Nachrichten, denn klimatisch zählt das Kaiserstuhlgebiet zu den wärmsten Orten Deutschlands und durch seine mit Löss bedeckten vulkanischen Böden ist er ein sehr gutes Weinanbaugebiet. Er liegt im Regenschatten der Vogesen, dem wärmenden Einfluss der Burgundische Pforte und hat ein trockenheißes Klima, wie man es sonst eher im mediterranen Raum erwarten würde.

Das Klima des Kaiserstuhls erklärt die große Fülle an wärmeliebender Flora und Fauna, die man sont in Deutschland so gut wie nirgends findet. Der Kaiserstuhl und die nahe Region gehört aufgrund der klimatischen Bedigungen zu den Regionen, wo man die Gottesanbeterin findet. Die Gottesanbeterin hat ihren Namen von ihrer Körperhaltung erhalten, denn sie hat ihre Vorderbeine oft angewinkelt, als würde sie beten.

Wandern am Kaiserstuhl ist ein besonderes Erlebnis. Das liegt nicht nur an der einzigartigen Landschaft und den vielen Winzerdörfern mit ihren verwinkelten Gassen und Gasthäusern zum Einkehren, sondern auch an den bestens erschlossenen Wanderwegen mit Informationstafeln zu Natur, Historie und Wirtschaftsgeschichte. Am besten geeignet für eine kurze Wanderung ist einer der lokalen Themenpfade. Für Tagestouren nimmt man am besten eine der so genannten Themenachsen, die durch und über den Kaiserstuhl führen.

In den 1960iger und 1970iger erhielt der Kaiserstuhl mit der Rebflurbereinigung ein überarbeitetes Gesicht. Die Oberfläche des Kaiserstuhls wird schon seit Jahrtausenden vom Menschen verändert. Während in früheren Zeiten der Schutz vor Erosion und die Aufteilung in Parzellen für die Dorfbewohner im Vordergrund stand, kam im 20. Jahrhundert der großflächige Einsatz von Maschinen hinzu. Dazu musste die bisherige Kulturlandschaft des Menschen in eine maschinengerechte Form gebracht werden und großflächige Rebterrassen entstanden.

Für den Öffentlichen Nahverkehr am Kaiserstuhl spielt die Kaiserstuhlbahn eine bedeutende Rolle. Sie ist eine nichtbundeseigene Nebenbahn, die mit den Strecken Gottenheim nach Riegel und Riegel nach Breisach den Kaiserstuhl östlich, nördlich und westlich umfährt. In Riegel-Malterdingen besteht Anschluss an die Rheintalbahn und damit in Richtung Offenburg oder Freiburg. Der Kaiserstuhl im nördlichen Breisgau ist nicht nur wegen der guten Weine ein lohnenswertes Reiseziel, auch Eisenbahnfreunde finden dort ihr ganz besonderes Erlebnis. Die Kaiserstuhlbahn wird auch von einer Museumseisenbahn Rebenbummler befahren.


Breisach am Rhein
Breisach ist eine geschichtsträchtige Stadt mit vielen historischen Baudenkmälern. Schon von weitem sichtbar ist das Wahrzeichen der Europastadt, das St. Stephansmünster. Vom Münsterplatz genießt man einen herrlichen Ausblick auf den westlichen Kaiserstuhl, über die Rheinebene bis zum Schwarzwald und den Vogesen.

Burkheim am Kaiserstuhl
Das romantische Weinstädtle Burkheim liegt malerisch am Westrand des Kaiserstuhls. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert aus dem Jahre 762 n. Chr.. Die Erhebung des Ortes zur Stadt erfolgte um 1348.

Endingen am Kaiserstuhl
Endingen ist eine Stadt am nördlichen Rand des Kaiserstuhls mit vielen historischen Fachwerkhäusern und einem bedeutenden Museum, dem Vorderösterreich-Museum.. Der heutige mittelalterliche Stadtkern Endingens hat seine Wurzeln im 13. Jahrhundert. Damals wurden im Rahmen der Stadtrechtsverleihung 1285 drei bis Dato getrennte Siedlungen durch die Stadtmauer vereinigt. Zwei katholische Gotteshäuser in der Altstadt zeigen diese Situation noch heute.

Kiechlinsbergen
Der Winzerort Kiechlinsbergen wurde 862 n. Chr. erstmals als "Bergen" schriftlich genannt. Später ergänzten die Herren von Küchlin den Ort um ihren Familiennamen. Das Ortsbild Kiechlinsbergens wird geprägt von Fachwerkbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, sogar ein Schloss befindet sich im Ort.

Jechtingen am Kaiserstuhl
Jechtingen bildet mit Leiselheim und Sasbach die neue Gesamtgemeinde Sasbach. Die Winzergemeinde am Westrand des Kaiserstuhls blick auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück. In den 70er Jahren machte man die Entdeckung eines Gräberfeldes mit über 100 Gräbern, die aus der Zeit der sogenannten Rössner Kultur sind und damit aus der Jungsteinzeit stammen.

Leiselheim am Kaiserstuhl
Leiselheim ist ein kleines Winzerdorf am Nordwestlichen Rand des Kaiserstuhls. Dort befindet sich die Reblage "Leiselheimer Gestühl". Gestühl bezeichnet ein Fürstengericht, das der deutsche König Otto III. 994 in Sasbach eingerufen hat. Hieraus entstand mit großer Wahrscheinlichkeit der Name "Kaiserstuhl".

Niederrotweil
Niederrotweil im Kaiserstuhl, Teilort von Oberrotweil, ist bekannt für seine zwei Kirchen. In der Friedhofskirche St. Micha kann man einen spätgotischen Hochaltar eines unbekannten Meisters bestaunen. Die Kirche St. Pantaleon in Niederrotweil ist schon als Wallfahrtskirche seit dem 18. Jahrhundert bekannt.

Nimburg beim Kaiserstuhl
Nimburg liegt nicht direkt am Kaiserstuhl, gehört aber kulturhistorisch zu Kaiserstuhl dazu. Zusammen mit Köndringen, Heimbach und Bottingen ist Nimburg seit der Gemeindereform 1975 Teil der Gesamtgemeinde Teningen. Südlich des Dorfes erstreckt sich ein niedriger Hügel, auch Marchhügel genannt, an dessen nördlichster Ausläufer die Burg der Grafen von Nimburg stand. >

Sasbach am Kaiserstuhl
Sasbach liegt am nordwestlichen Zipfel des Kaiserstuhls. Die Gemeinde mit ihren Ortsteilen Leiselheim und Jechtingen ist vor allem für ihren Wein und blühende Kirschbäume bekannt.

Vogtsburg am Kaiserstuhl
Die Stadt Vogtsburg erstreckt sich mit seinen zahlreichen Ortsteilen im Herzen und am Westrand des Kaiserstuhls. Das späte Mittelalter hinterließ in den Stadtteilen Vogtsburgs viele Spuren. In der romanischen Wehrkirche St. Michael in Niederrotweil kann man neben herrlichen Fresken und einer wunderbaren Barockorgel ein Hauptwerk der deutschen Schnitzkunst bestaunen, den Marienaltar des Meisters HL, der auch den Altar des Breisacher Münsters schuf.
Rebberge am Kaiserstuhl

Foto: Rebberge am Kaiserstuhl

Bilder Kaiserstuhl

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