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Dunnschdig | 24.04.14 | 09:30
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Breisgau

Der Breisgau ist eine kulturhistorische Landschaft im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland und grenzt im Süden an das Markgräflerland, wo bei den Orten Staufen bis Heitersheim der Übergang meist fließend betrachtet wird. Im Westen grenzt der Breisgau mit dem Rhein an das Elsass, im Osten reicht er tief in die Täler des Schwarzwalds hinein. Im Norden geht der Breisgau in die Ortenau über, wo der Fluss Bleiche bei Herbolzheim die Grenze markiert.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Breisgau zu einer beliebten Ferienregion entwickelt. Dazu beigetragen hat nicht nur der Städtetourismus, denn im Herzen des Breisgau liegt die Stadt Freiburg, sondern auch die Region Kaiserstuhl, das Elztal, das Schönberggebiet mit dem angrenzenden Münstertal und die gute Anbindung an den Hochschwarzwald, das Elsass und den Südschwarzwald.

Das Wort Breisgau selbst wurde bereits in der römischen Literatur überliefert. Römische Geschichtsschreiber beschrieben die Kelten, die auf dem Breisacher Münsterberg siedelten und als "brisgavi" bezeichnet wurden. Später ging dieses Wort in die Bezeichnung des alemannischen Gaus Breisgau und des dort residierenden Stammesverband über. Im 8. Jahrhundert werden in den Urkunden des Klosters Lorsch und des Klosters St. Gallen in der heutigen Schweiz zahlreiche Besitzungen im Breisgau urkundlich bestätigt. Seit jener Zeit ist der Name und die Landschaft Breisgau ein politischer Begriff, der bis heute bestand hat.

Die Besiedlungsgeschichte des Breisgau gehört sicherlich zu den spannendsten und ereignisreichsten Südbadens zugleich. Bereist in der Steinzeit vor 10.000 Jahren befanden sich Siedlungsplätze am Tuniberg, auf und rund um den Schönberg und am Kaiserstuhl. Seit Tausend vor Christus war der Breisgau in der Hand keltischer Stämme.

Unter anderem bestanden keltische Siedlungen auf dem Limberg bei Sasbach, auf dem Münsterberg bei Breisach und im Dreisamtal gab es das riesige Oppidum Tarodumum. Von dieser Anlage "Tarodunum" bei Kirchzarten ist heute leider nichts erhalten geblieben außer dem Ortsnamen Zarten bzw. Kirchzarten, der sich sprachgeschichtlich aus "Tarodunum" ableitet. Als sich im frühen Mittelalter alemannische Sippen im Breisgau niederließen, verlief die Geschichte bis ins 11. Jahrhundert relativ ruhig. Zahlreiche Orte wurden gegründet, wobei nur Breisach durch seine Geschichte und Größe von Bedeutung war.

Im 11. Jahrhundert dagegen wechselte die Grafschaft Breisgau seinen Besitzer. Bertold I. von Zähringen erhielt zahlreiche Orte der Region und die Burg Zähringen oberhalb des Dorfes Zähringen. Seine Söhne verlagerten gegen Ende des 11. Jahrhunderts ihren Stammsitz schließlich auf die Burg und bauten später weiter südlich auf dem Schlossberg eine weitere Residenz.

Am Fuße des Schlossbergs gründete Bertold III. 1120 die Stadt Freiburg, die sich bald zum kulturellen und politischem Zentrum des Breisgaus entwickelte. Eine weitere Herrschaft im Breisgau entwickelte sich aus einer Seitenlinie der Zähringer Herzöge, den Markgrafen von Hachberg. Ihr Stammgebiet lag auf der Hochburg bei Emmendingen. Sie blieben bis zur Gründung des Großherzogtum Badens im Jahr 1806 als bestimmende politische Kraft im Breisgau. Nach dem Aussterben der Zähringer erbten die Grafen von Urach die Gebiete der Zähringer.

Sie verloren aber bald durch Streit mit den Bürgern von Freiburg und durch Überschuldung an Einfluss und wurden schließlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts durch das Haus Habsburg abgelöst. 1368 hatten die Freiburger ihre Freiheit mit Silber erkauft und unterstellten sich mit allen Besitzungen im Breisgau den Habsburgern und gehörten so bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1805 zu Vorderösterreich.

Die Habsburger, ursprünglich aus dem Elsass stammend, prägten nun den Breisgau über viele Jahrhunderte. Da dies aber nicht nur von Vorteil war, zeigen die Machtkonflikte des 16. und 17. Jahrhunderts, in denen der Breisgau als Bühne der Großmächte und als Kriegsschauplatz zwischen Habsburg und Frankreich herhalten musste. Der habsburgerische Breisgau war ab dem 17. Jahrhundert Teil eines militärischen Bollwerk gegen Frankreich geworden.

Freiburg war nach dem Wegfall des Elsass mit seiner Hauptstadt Ensisheim als Teil der österreichischen Vorlande nun Hauptstadt Vorderösterreichs. Dies führte nicht selten dazu, dass die Stadt und seine Region Schauplatz blutiger Schlachten wurde und zahlreiche kulturhistorische Güter verschleppt bzw. zerstört wurden. Nach dem Übergang an das Großherzogtum Baden zu Beginn des 19. Jahrhunderts strich man den Breisgau aus den Landkarten und er stellte fortan keinen Verwaltungsbezirk mehr dar.

Dennoch blieb bis ins 20. Jahrhunderts der Begriff Breisgau unter den Menschen erhalten und ist heute wieder ein gängiger und offizieller Ausdruck für die liebenswerte und geschichtsträchtige Kulturregion am Fuße des Südschwarzwalds.
Burg Staufen

Foto: Burg Staufen

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