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Bergbau im Schwarzwald ? Für viele gehört der Bergbau in das Ruhrgebiet oder in andere Regionen Europas. Das aber ausgerechnet vor der eigenen Haustüre ein riesiges Bergbaugebiet liegt, dass haben bisher nur wenige Menschen im Schwarzwald bemerkt. Die intensive bruchtektonische Beanspruchung des Schwarzwälder Grund- und Deckgebirges während der vergangenen rund 250 Millionen Jahre führte zur Entstehung zahlreicher Erz- und Mineralgänge, die vor allem in den letzten Jahrhunderten Ziel des Bergbaus waren. Der Bergbau im Schwarzwald ist daher wohl so alt, wie die ersten Bewohner - die sich zwischen Rhein und dem Mittelgebirge vor Jahrtausenden niederließen. Es begann in der Steinzeit am Isteiner Klotz bei Kleinkems. Dort entdeckte man 1939 zufällig einige Holräume mit Holzkohlenreste und Menschenknochen, aber vor allem zahlreiche Feuerstein- und Jaspisbruchstücke. Daraus konnte man mit großer Sicherheit schließen, dass hier während der Jungsteinzeit Bergbau auf Jaspis gegeben hat.

Neuer archäologische Forschungen konzentrierten sich auf den Bergbau von Hämatit, das zu den frühesten von Menschen genutzten Mineralien gehört. Hämatit oder Roteisenstein ist ein Farbstoff, der bereits in der Altsteinzeit meist für kultische Zwecke genutzt wurde. Während eine Fundstelle im Münstertal am Fuße des Belchen wohl rund 5000 Jahre alt ist, ist der Hämatitbergbau bei Sulzburg sogar durch die 14C-Datierung von 5500- 4500 v. Chr. datiert worden. Damit stellt der Hämatitbergbau im südlichen Schwarzwald neben den Funden am Isteiner Klotz den ältesten bisher nachgewiesenen Untertagebergbau dar. Darüber hinaus gehört die Fundstelle zu den frühsten Standorten organisierter bergmännischer Gewinnung von Rohstoffen des Menschen im mitteleuropäischen Raum.

Den Steinzeitmenschen folgten die Kelten. Sie trauten sich schon tiefer in den Schwarzwald hinein, wobei der Bergbau aber überwiegend durch oberflächliche Grabungen stattgefunden hat. Die Kelten interessierten sich dabei für Eisenerze. Schon mehr Hinterlassenschaften fand man von den Römern. Sie hatten sich auf Blei-, Silber- und Eisenerzbergbau spezialisiert. Besonders interessant sind dabei die Schlackenfunde, die man vielerorts im Erdreich entdeckte. Sie lassen darauf schließen, dass bereits die Erze verhüttet wurden und damit ist auch der Bergbau in jener Zeit bewiesen. Sie gruben aber nicht nur die ersten Stollen im Schwarzwald, sie ließen es sich auch am Rande des Schwarzwaldes gut gehen. In Badenweiler und Baden-Baden hatten sie ihre Thermalbäder, deren Fundamente man heute wieder zugänglich gemacht hat. Funde – die auf Bergbau schließen lassen - sind aus der Alemannenzeit kaum vorhanden, so dass man nichts genaues über den Bergbau in jener Zeit sagen kann. Eine neue Blühte des Bergbaus begann im 10. und 11. Jahrhundert n. Chr. Der Bergbau auf Silber im Südschwarzwald erreichte im Mittelalter seinen Höhepunkt. Die erste urkundliche Nennung von Bergwerken im Breisgau erfolgt 1028 in einem Lehensbrief von Konrad II. an den Bischof von Basel. Abgebaut wurden hauptsächlich silberhaltige Bleierze. Durch den Bergbau entstanden neue Städte und Burgen, die Herzöge von Zähringen wurde durch den Bergbau zum einflussreichsten Herrschergeschlecht am Oberrhein.

Im 15. Jahrhundert ging jedoch die Blütezeit des mittelalterlichen Bergbaus dem Ende zu. Häufig waren die Gruben nicht mehr rentabel oder wurden durch Unglücke wie im Suggental zerstört. Aber auch Misswirtschaft und Umweltverschmutzung dürften wohl ebenso dazu beigetragen haben, das der Bergbau im Schwarzwald nicht mehr seine Bedeutung innehatte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam der Bergbau vollständig zum erliegen. Nach den Wirren des 30jährigen Krieges erholte sich der Bergbau im Südschwarzwald nur langsam. Erst im 18. Jahrhundert nahmen einige Gruben den Betrieb wieder auf und in manchen Gegenden dauerte er bis ins 20. Jahrhundert an. Dazu gehört z.B. der Steinkohlenbergbau bei Berghaupten und Diersburg. Mitte des 19. Jahrhunderts bekam der Bergbau auf Schwer- und Flussspat eine große Bedeutung im Schwarzwald. Die seit über 150 Jahren betriebene Grube Clara bei Oberwolfach ist als wichtigste deutsche Fluss- und Schwerspatgrube anzusehen. Auch Uran wurde im Schwarzwald gewonnen. Insgesamt wurden in Menzenschwand 100 000 Tonnen Uranerz abgebaut, aus dem man ca. 720 Tonnen Uran gewonnen hat. Die Erzgrube wurde aber im Sommer 1991 geschlossen.

Die Wiedergeburt des Bergbaus im Schwarzwald erfolgte im 20. Jahrundert. Erze wie Silber oder Blei und Mineralien sind jahrhundertelang in den Bergen des Schwarzwaldes abgebaut worden. Doch die meisten Bergwerke, einmal ausgebeutet oder wegen mangelnder Rentabilität letztendlich aufgegeben, gerieten schnell in Vergessenheit und verfielen rasch. Seit rund drei Jahrzehnten gibt es aber eine Art Wiedergeburt des Bergbaus im Schwarzwald, dem sich viele Menschen in ihrer Freizeit widmen. An verschiedenen Orten im Schwarzwald, wie. z.B. im Schauinsland, in Seebach in der Ortenau, in Sexau, Suggental oder am Wiedener Eck, sind Bergwerke mit der Möglichkeit eines Besuches eröffnet worden. Am Anfang stand das Interesse vereinzelter Gemeinden, Einheimischen und Hobbyforschern, heute hat der Bergbau im Schwarzwald auch touristische Bedeutung bekommen.


Bergbaufreilichtmuseum Erzpoche Hausach
Das Bergbaumuseum Erzpoche ist ein Freilichtmuseum, das sich mit dem historischen Bergbau im Hauserbachtal beschäftigt. Schmelzofen sowie eine mit Wasserkraft betriebene Erzpoche zum Zerkleinern des Erzes sind vorhanden. Ein knapp zehn Kilometer langer Bergbaulehrpfad führt und informiert zu Bergbauaktivitäten der Region.

Bergbau- und Mineralienmuseum Oberwolfach
Das Museum präsentiert sich als eine der informativsten Ausstellungen. Mineralogische Schaustücke, historische Bergbauerzeugnisse aus dem gesamten Schwarzwald sind regional gegliedert ausgestellt. Schwerpunkt: Mineralien der heute noch fördernden Grube Clara in Oberwolfach.

Bergbaulehrpfad Mausboden in Todtnau
Der Bergbaulehrpfad Mausboden ist ein bergbaugeschichtlicher Wanderweg. An wichtigen Stellen des Grubengeländes sind Informationstafeln aufgestellt. Die Dauer einer Wanderung beträgt 2 bis 3 Stunden, je nach Laufgeschwindigkeit.

Bergbaugeschichtliche Wanderweg Sulzburg
Der Bergbaugeschichtliche Wanderweg in Sulzburg weist auf die Bergbaugeschichte der Stadt hin und die erdgeschichtliche Entwicklung der Landschaft am Übernag von Rheinebene in den Schwarzwald.

Erzkasten-Rundweg Schauinsland
Auf dem Schauinsland ist ein Erzkasten-Rundweg eingerichtet, an dem entlang man Infos über die Landschaft, die Geologie, die Besiedlung, den Bergbau, die Land- und Forstwirtschaft sowie das dort eingerichtete Biotop und Naturschutzgebiet Schauinsland erhält.

Grube Wenzel Oberwolfach
Bereits auf dem Fußmarsch durch das Fronbachtal bei Oberwolfach zur Grube Wenzel erfährt der Besucher von Infotafeln am Wegesrand viel Wissenswertes zum Thema Bergbau in der Region. Am Bergwerk angekommen, kann man dann ausgestattet mit Regenmantel, Helm und Leuchte auf Erkundungstour in das Bergwerk hineingehen. Als ehemals bedeutendste Silbergrube des mittleren Schwarzwalds erfährt man eine Menge Informatives zur Bergbaugeschichte im Kinzigtal.

Mineralienmuseum "Gottesehre"
Mit der Schließung der Grube "Gottesehre" im Jahre 1987 wurde der Bergbau, der sich in der Gemeinde Dachsberg bis zum Jahre 1328 zurückverfolgen lässt, zur Geschichte. In dieser langen Zeit war diese Arbeit für viele Menschen der umliegnenden Gemeinden das tägliche Brot. Das Mineralienmuseum "Gottesehre" erinnert an diese Zeit.

Museumsbergwerk Schausinsland
Auf dem Schausinsland erwartet Besucher mit dem Museumsbergwerk alles rund um die Geschichte des 800 Jahre alten und gleichzeitig größten Bergwerks in Süddeutschland.
Bergbau am Schauinsland

Foto: Bergbau am Schauinsland

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