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Baden-Württemberg

Kloster Schuttern

Die Reichsabtei Schuttern war ein Benediktinerkloster, das auf dem Grund des heutigen Ortsteil Schuttern der Gemeinde Friesenheim im Ortenaukreis stand. Eine frühe klösterliche Zelle wurde der Überlieferung nach im Jahre 603 n. Chr. von dem irischen Wandermönch Offo auf damaligem Königsgut gegründet. Offo gilt als einer der Weggefährten Kolumbans, einem Missionar des 7. Jahrhunderts im Land der Alemannen. Bei der Gründung soll nach der Klosterchronik der Bischof Arbogast von Straßburg mitgewirkt haben. Archäologische Grabungen in den 70igern des letzten Jahrhunderts bewiesen die frühe Klostergründung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelten sich das Kloster und der damals Offoniscella oder "Monastrum Offunwillarii (817) genannte Ort über die Jahrhunderte zu voller Blüte. Pirmin legte im 8. Jahrhundert durch die Einführung der Benediktiner-Regeln den Grundstein für den Ausbau und sorgte für den Aufstieg zur Reichsabtei. Schuttern zählte neben Bamberg zu den bedeutendsten Reichsklöstern des Landes. Im Jahr 938 wurde das Kloster durch einfallende Ungarn zerstört. Nach 965 weihte Bischof Erchenbald die neuen Altäre ein. Hoher Besuch traf im Jahre 1016 ein: Kaiser Heinrich II. besuchte das Kloster und hielt auch an der Grabstätte des Klostergründers Offo inne. Die teilweise bis heute erhaltene Grabplatte ziert ein kostbares Bodenmosaik, das die Ermordung Abels durch Kain darstellt. Es galt viele Jahre als das älteste nichtrömische Bodenmosaik nördlich der Alpen, bis man sein wahres Alter feststellen konnte.

Der Kaiser stattete das durch zahlreiche Überfälle gebeutelte Kloster darüber hinaus mit vielen Orten und Ländereinen aus. Um 1025 verlor die Abtei ihren alten Namen Offinis-Cella und hieß fortan Kloster Schuttern. Kriege, Plünderungen und Brandschatzungen waren in dieser Zeit ein häufiger Begleiter. So wurde das Kloster einige Male ein Raub der Flammen wie z.B. 1153 und 1520. Während des Bauernkriegs 1525 wüteten aufständische Bauern im Innern der Kirche und zerstörten ein Großteil der Einrichtung. Am 6. Mai 1770 besuchte die Erzherzogin Maria Antonia, Tochter der Kaiserin Maria Theresia das Kloster. Von Schloss Schönbrunn setzte sich der Brautzug der Marie Antoinette, wie die Braut des Dauphins und späteren Königs von Frankreich jetzt hieß, in Bewegung. In ihrem Gefolge kamen rund 260 Personen mit 58 Wagen und fast 460 Zug- und Reitpferden.

Kanonenfeuer und Glockengeläut begrüßten die aus Wien kommenden Gäste. Das Volk hat sich entlang der Klostermauer aufgestellt und jubelte dem hohen Besuch kräftig zu. Das Fest fand seinen Höhepunkt in einem pompösen Feuerwerk, das alle Zuschauer zur Begeisterung hinriss. Am nächsten Morgen setzte sich der Tross wieder in Bewegung. Bei Kehl am Rhein wurde Marie Antoinette auf einer Insel von ihrem zukünftigen französischen Hofstaat in Empfang genommen. Die Säkularisation im Jahre 1803 läutete den Niedergang des Klosters ein, das dann im Jahre 1806 aufgelöst wurde. Die meisten Klostergebäude wurden abgerissen. Zwischen 1972 bis 1975 wurden archäologische Untersuchungen in der Kirche durchgeführt. Die Befunde verschiedener Vorgängerbauten wurden nach Abschluss der Grabungen in einem Untergeschoss der Kirche konserviert und sind heute im Rahmen einer Führung der Öffentlichkeit zugänglich.
Radierung Reichsabtei Schuttern

Foto: Radierung Reichsabtei Schuttern

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