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Ortenaukreis
Der Ortenaukreis liegt zwischen dem Fluss Rhein und dem mittleren Schwarzwald. Die Region wird geprägt von einer reizvollen Landschaft mit vielen alten Städten und Gemeinden sowie einem milden Klima. Die höchste Erhebung ist mit 1.164 m.ü.N.N. die Hornisgrinde. Der niedrigste Punkt liegt beim Ort Rheinau.Der Landkreis ist mit 1.860 Quadratkilometern Baden-Württembergs flächengrößter Landkreis. In nordsüdlicher Richtung hat der Ortenaukreis rund 60 Kilometer, in west-östlicher rund 30 Kilometer Ausdehnung.
Der Ortenaukreis grenzt im Norden an den Landkreis Rastatt, im Osten an den Landkreis Freudenstadt und an den Landkreis Rottweil, im Südosten an den Schwarzwald-Baar-Kreis und im Süden an den Landkreis Emmendingen.
Der Übergang von Schwarzwald zur Rheinebene wird durch viele Täler, darunter die Flusstäler der Schutter, Kinzig, Rench und Acher, geprägt. Die Kinzig ist dabei der bedeutendste Schwarzwald-Fluss des Landkkreises.
In den 51 Städten und Gemeinden der Ortenau leben rund 420.000 Einwohner, davon alleine rund 180.000 in den Großen Kreisstädten Offenburg, Lahr, Kehl, Oberkirch und Achern.
Die Wirtschaft im Ortenaukreis ist mittelständisch geprägt. Es gibt – wie überall in Südbaden - keine Großindustrie im klassischen Sinn. Größere Industrieanlagen findet man eher in Nordbaden.
Wichtige traditionelle Wirtschaftsfaktoren im eher ländlich geprägten Ortenaukreis sind die Landwirtschaft mit dem Wein- und Obstanbau. Mit ihren zahlreichen Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten sowie einem breiten kulinarischen Angebot bis hin zur Top-Gastronomie bietet die Ortenau beste Voraussetzungen als Urlaubsregion.
Geschichte
Im Jahre 768 n. Chr. wird der Name "Mortenau" erstmals urkundlich genannt. Er bezeichnete eine alemannisch-fränkische Gaugrafschaft, die damals den heute mittelbadischen Raum umfasste. Das Gebiet war ursprünglich als Reichsgut im Besitz des deutschen Kaisers und wurde von einem Gaugrafen verwaltet.
Im 11. und 12. Jahrhundert waren die Zähringer Herzöge Lehnsherrn der Gaugrafschaft "Mortenau". Die Zähringer hatten ihren Stammsitz auf dem Schlossberg bei Freiburg und stammten ursprünglich aus dem Raum Stuttgart. 1218 gliederte Friedrich II. die Grafschaft Ortenau seinem staufischen Reich ein. Die Schwächung der kaiserlichen Macht ab der Mitte des 13. Jahrhunderts führte aber zum Zerfall der Ortenau in rund 20 kleine Herrschaftsgebiete.
Im Jahr 1274 gelang es Kaiser Rudolf von Habsburg einen Teil des Reichsbesitzes zurückzuerobern und er fasste diese Gebiete zur Reichslandvogtei Ortenau zusammen. Über die Reichslandvogtei herrschte der Ortenauer Landvogt. Seine Residenz hatte er auf der Burg Ortenberg. Seine wesentlichen Aufgaben waren die Gerichtsbarkeit im Namen des Kaisers und die Kontrolle der Abgaben und Zölle.
Neben der Ortenauer Reichslandvogtei gab es die Ortenauer Reichsritterschaft, in der sich Reichsritter zum Schutz ihrer Reichsunmittelbarkeit zusammengeschlossen hatten. Dieser Ritterbund hatte seinen Sitz im späteren "Ritterhaus" in Offenburg. Die Reichsstadt Offenburg hatte wie die Städte Gengenbach und Zell a. H. sowie das Reichstal Harmersbach, den Kaiser ebenfalls direkt zum Landesherrn. Das übrige Gebiet des heutigen Ortenaukreises stand unter der Herrschaft mehrerer geistlicher oder weltlicher Fürsten.
Die Reichslandvogtei Ortenau gelangte 1551 in den Besitz der Habsburger und die Ortenau gehörte fortan zu Vorderösterreich. Nachdem die Burg Ortenberg im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs zerstört wurde, verlegte der Landvogt seinen Sitz in den Königshof nach Offenburg. Von 1701 bis 1771 war die Reichslandvogtei zeitweise im Lehnsbesitz der Markgrafen von Baden-Baden.
Die politischen Umwälzungen nach der französischen Revolution und die napoleonisch geprägte Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts führten zu einer vollständige Veränderung der territorialen Grenzen entlang des Oberrheins. Der badische Großherzog gliederte schließlich dank Napoleons Gnaden zwischen 1803 und 1819 sämtliche Territorien in der Ortenau seinem Herrschaftsgebiet ein.
Das neue Großherzogtum Baden wurde nun in mehrere Bezirksämter gegliedert, welche die untere staatliche Verwaltung bildeten und mehrere Gemeinden umfassten. Diese Amtsbezirke waren noch keine Selbstverwaltungskörperschaften sondern staatliche Behörden.
Mitte des 19. Jahrhunderts setzte mit Bau der Rheintal- und der Schwarzwaldbahn die Industrialisierung in der Ortenau ein. Vor allem in Offenburg fanden zahlreiche Veranstaltungen während der deutschen Revolution von 1848/49 statt, in welcher die Bürger grundlegende Freiheitsrechte einforderten.
Durch die badische Landkreisordnung vom 24. Juni 1939 wurden die alten Großkreise aufgelöst und die bestehenden Amtsbezirke in "Landkreise" umgewandelt. Für den Bereich der Ortenau wurden die Landkreise Kehl, Lahr, Bühl, Offenburg und Wolfach gebildet, die bis zur Kreisreform vor rund 35 Jahren bestehen sollten.
Der Ortenaukreis wurde durch die Kreisreform zum 1. Januar 1973 durch Vereinigung der Landkreise Kehl ohne seine nördlichen Gemeinden, Lahr, Offenburg und Wolfach ohne die östlichen Gemeinden sowie dem südlichen Teil des Landkreises Bühl neu gebildet.




























