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Fridig | 03.09.10 | 11:58

Tuniberg beim Kaiserstuhl

Der Tuniberg ist ein flacher Bergrücken am südöstlichen Rand des Kaiserstuhls und verläuft in südnördlicher Richtung. Die Erhebung ragt durchschnittlich knapp 100 Meter aus der Oberrheinebene.

Höchster Punkt des Tunibergs ist mit 314 Metern der Atillafelsen bei Niederrimsingen. Die Länge des Tunibergs beträgt zirka 12 Kilometer und seine Breite liegt zwischen Opfingen im Osten und Merdingen im Westen gerade mal bei knapp 4 Kilometer.

Der Name des Tunibergs ist Programm, denn er stammt noch aus der keltischen Zeit des Breisgaus. Der Name wird aus dem keltische Wortstamm "dun/dunum" abgeleitet, was soviel wie Zaun oder Mauer bedeutet.

Das milde Klima des Tunibergs und die fruchtbaren Lössböden verschafften in der Vergangenheit wie auch heute ideale Voraussetzungen für den Anbau von Obst, Spargel und natürlich Wein. Der Rebanbau wird bereits im Jahr 888 n.Chr. urkundlich bezeugt.

Doch vermutlich schon die Kelten haben Weinbau betrieben, allerdings nur mit unkultivierten Wildreben. Als die Römer den Oberrhein eroberten, verfeinerten sie die Kultivierungsmethoden der Kelten mit Wissen aus dem eigenen Kulturraum und brachten neue Rebsorten mit in den Breisgau.

Durch die alemannische Landnahme ging für einige Zeit die Weinkultur verloren, auch wenn sie sicherlich nicht gänzlich ausgestorben war. Auch ein germanischer Alemanne konnte sich dem vermutlich nicht dem Genuss des Rebsaftes vollständig entziehen.

Der Weinanbau setzte sich schließlich ab dem 7. Jahrhundert wieder als traditioneller Wirtschaftszweig im Breisgau und auch am Tuniberg durch. Davon zeugt nicht zuletzt die frühe urkundliche Erwähnung des Weinbaus am Tuniberg aus dem Jahr 888.

Heute ist ein Großteil des Tunibergs mit Rebflächen überzogen und wird von den Tuniberger Winzergenossenschaften verwaltet. Vor über 30 Jahren nahm man zur rationelleren Bearbeitung der bis Dato kleinpärzelligen Rebgrundstücken ein großangelegten Eingriff am Tuniberg vor.

Mit der sogenannten "Flurbereinigung" schuf man großflächige Terrassen, die nun den Einsatz großer Maschinen möglich machte. Auch wenn dadurch der Ertrag gesteigert werden konnte, hatte dies für Boden, Flora und Fauna auch nachteilige Auswirkungen.

Dieses Problem versucht man heute durch umweltschonende Anbauweise, Erstellung von Kleinbiotopen und punktueller Renaturierung in den Griff zu bekommen. Dafür entwickelt sich der Tuniberg neben der Toplage für Weinanbau auch zu einer Kultur- und Erholungslandschaft, von der nicht nur Weintrinker profitieren.

Zahlreiche Wander- und Fahrradwege führen über den Tuniberg und laden den Besucher ein, Kultur, Flora und Fauna zu entdecken.





 

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