Istein zwischen Reben und Rhein
Das Dorf Istein liegt zwischen Reben und Rhein in der "Isteiner Bucht" zwischen Harverg und Klotzen am Fuße des
Kirchbergs. Natur und Geschichte haben in Istein vielfältige Zeichen hinterlassen. Seltene Pflanzen im Naturschutzgebiet rund um den markanten
Isteiner Klotz, das steinzeitliche Jaspisbergwerk und die
Isteiner Schwellen sind beliebte Sehenswürdigkeiten im
Dreiländereck. Im Jahr 2006 wurde der "Isteiner Klotz" sogar zu den 77 bedeutendsten Nationalen Geotopen ausgezeichnet.
In Istein und auf dem Isteiner Klotz lebten schon vor über 10.000 Jahren Menschen. Vermutlich lockte die landschaftlich günstige Lage am fischreichen Rheinstrom die Menschen schon vor so langer Zeit an diese Stelle, aber auch der Abbau von
Jaspis trug wohl zur Besiedlungsgeschichte des Ortes bei. Jaspis diente nicht nur als Schmuck, es wurde auch zur Erstellung von Pfeilspitzen genutzt. Später setzte sich die Besiedlung fort, über Kelten, Römer und schließlich ab dem 4. Jahrhundert die Alemannen.
Im Jahr 1139 wird der Dinghof in Istein erstmals dem Basler Fürstbischof Ortlieb und dem Hochstift von Papst als Eigentum bestätigt und gelangte in der Folgezeit als Pfründe an die Domprobstei. Der Röttler Vogt war noch bis ins 16. Jh. für die hohe Gerichtsbarkeit in Istein zuständig. Das Isteiner Dorfwappen zeigt heute noch unter einem Kreuz den Anker, das Zeichen des Basler Dompropstes, der vom 13. bis 18. Jahrhundert als Herr des Dinghofs – heute Schlossgut Istein – zusammen mit dem bischöflichen Schirmherrn das Geschick der beiden Dörfer am Klotz bestimmte.
Die ursprünglich bis in das heutige Elsass hinerreichende Gemarkung Isteins wurde durch die Neuorganisation der Grenzen in Europa durch Napoleon um das Jahr 1800 stark verkleinert. im 19. Jahrhundert wurde die Umgebung von Istein militärische gesichert, große Höhlen, Bunker und Munitionslager wurden in den Felsen getrieben. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Befestigungsanlage auf dem Isteiner Klotz geschleift. Im Rahmen des Westwall-Baues zwischen 1936 und 1942 baute man das gesamte Klotzenmassiv als Verteidigungsanlage erneut aus. Daher stand beim vorrücken allierte Truppen das kleine Dorf in den Kriegsjahren 1944 und 1945 unter starkem Beschuss.
Den Sprengungen nach dem Zweiten Weltkrieg fiel zwischen 1947 und 1953 nicht nur die gesamte Bunkeranlage, sondern auch die Reste einer mittelalterlichen Burg sowie die St. Veits-Kapelle an der Klotzenwand zum Opfer. Sie wurde 1988 wieder aufgebaut. Der alte Ortskern von Istein steht heute unter Denkmalschutz.