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Samschdig | 25.10.14 | 10:39
Baden-Württemberg

Gottenheim

Die Gemeinde Gottenheim liegt am nördlichen Rand des Tunibergs und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Spuren einer Besiedlung lassen sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. In Gottenheim waren dann im 1. Jahrtausend v. Chr. unter anderem die Kelten zu Hause und nach der Völkerwanderung ließen sich ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. alemannische Sippen rund um den Tuniberg nieder. Ob sich auch eine römische Siedlung am Nordrand des Tunibergs befand, ist noch unklar. Allerdings konnten auf Gottenheimer Gemarkung drei Fundstellen von "villae rusticae" ausgemacht werden. Allerdings gab es nachweisbar keine 2 Kilometer südwestlich des Ortes einen römischer Gutshof, von dem wenige Mauerreste nahe Merdingen rekonstruiert wurden und heute frei zugänglich sind. Urkundlich wird Gottenheim erstmals im Jahr 1086 n. Chr. genannt.

Die erste Erwähnung Gottenheims ist schriftlich in der Gründungsgeschichte des Klosters St. Georgen im Schwarzwald enthalten. Damals hatte der Klostergründer Hezelo zusammen mit seinem Sohn Hermann seine früheren Schenkungen im Jahre 1086 noch Güter in "Goteheim" hinzugefügt. Aus der einstigen Vogtei der Herren von Schwarzenberg – ein regionales Adelsgeschlecht aus dem Elztal - über den Dinghof in Gottenheim, der zum Ausstattungsgut des St. Margaretenklosters in Waldkirch gehörte, entwickelte sich die Ortsherrschaft. Sie wurde als schwarzenbergisches Lehen und nach dem Kauf der Herrschaft Schwarzenberg durch Österreich als österreichisches Lehen an verschiedene Adelsgeschlechter weiter gegeben.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lag die Ortsherrschaft in der Hand der Freiherren von Wittenbach. Den letzten Lehenbrief über die Grundherrschaft in Gottenheim erhielten sie von Großherzog Leopold im Jahre 1833. Nachdem der Breisgau 1805 an Baden überging, gehörte Gottenheim kurzzeitig zum Oberamt Freiburg. Dann ging der Tunibergort ab 1807 zum Amtsbezirk Breisach, seit 1924 zum Amtsbezirk Freiburg und seit 1939 zum Landkreis Freiburg, heute Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.

Wirtschaftliche Bedeutung bekam der Ort vor allem durch die Einführung einer Zollstation. An den Toren Gottenheims mussten Bauern und andere Händler Steuern zahlen, wenn sie Wein und andere Güter nach dem östlicher gelegenen Freiburg einführen wollten. Als der Kaiserstuhl vor rund 100 Jahren mit einer Bahn umrundet wurde, bekam auch Gottenheim eine Bahnstation an der Kaiserstuhlbahnlinie. Schwere Schäden gab es am Ende des Zweiten Weltkriegs, als einige Bomben auf Gottenheim niedergingen und unter anderem die katholische Kirche St. Stephan schwer zerstörten. Wirtschaftlich dominierte seit Jahrhunderten die Landwirtschaft. Früher gab es in Gottenheim unter anderem eine große Tabakfabrik, zahlreiche Mühlen und eine Seegrasflechterei. Auch der Weinbau hatte immer seinen Platz in der Gemeinde.

Der Tuniberg und der Kaiserstuhl werden klimatisch durch mediterrane und maritim-atlantische Einflüsse über die Burgundische Pforte geprägt und zählt zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Die fruchtbaren Lössböden, das milde Klima, zahlreiche Sonnentage und die exponierte Höhenlage bieten daher ideale Bedingungen für den Weinbau. Allerdings entwickelt sich die Gemeinde in den letzten Jahren auch zunehmend zu einer Pendlergemeinde. Dafür sorgen die in den letzten 20 Jahren überall in der Region entstehenden Neubaugebiete. Viele arbeiten in den nahe liegenden größeren Orten Breisach, Emmendingen und vor allem Freiburg.
Rathaus Gottenheim

Foto: Rathaus Gottenheim

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