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Sunndig | 19.04.15 | 11:25
Baden-Württemberg

Im Grün

Das Stadtviertel im Grün entstand auf den einstigen Clasisfeldern der Festungsanlage Vaubans in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Vor dem 17. Jahrhundert gehörte die Fläche zum Überschwemmungsgebiet der Dreisam. Im Althochdeutschen bedeutet das Wort "grien" sandiges, kieshaltiges Ufer. Aus dieser Bezeichnung entwickelte sich später auch der Name des Stadtviertel "Im Grün". Als die französische Festungsalge im Jahr 1677 erbaut wurde, war das Gebgebiet vor der Stadt ein Bestandteil der Festungsanlage, das man den Clasis nannte. Der Clasis war die größere Fläche vor einer Festungsanlage, welche frei sein musste von Gebäuden, Bäumen und allen anderen Möglichkeiten, die bei einem Angriff dem Feind Schutz boten.

Nachdem 1744 französische Truppen die Stadt eroberten, sprengten sie bis 1745 alle Bestandteile ihrer selbst erbauten Festung. Für eine Weile lagen die leergeräumten Clasisfelder vor den Toren der Stadt brach, mit der Zeit fingen schließlich Bürger der Stadt, die Fläche zum Anbau von Wein, Obst und Gemüse zu nutzen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Stadt Freiburg mächtig zu wachsen und begann aus den mittelalterlichen Strukturen herauszuwachsen. Eine erste Wohn- und Gewerbeviertel hatte sich bereits entlang der Dreisam in der Oberau entwickelt. Ein weiteres Viertel begann schließlich, sich in der Nähe des 1845 eingeweihten Bahnhofes zu entwickeln. Die Stadt kaufte insbesondere seit 1860 das in Privatbesitz liegende Gelände auf und erschloss es als neues Bauland.

Schon zu Beginn waren es vor allem kleine Industriebetriebe und Handwerksfirmen, die sich hier niederließen. Die Nähe zum Bahnhof, zum Wasser der Dreisam und des Gewerbebachs und die Nähre zur damaligen Innenstadt waren ideale Vorraussetzungen. Große Firmen wie die Bierbrauerei Riegeler, Fauler und Grether ließen sich hier nieder. Sie leben heute nur noch in den Orts- und Straßennamen weiter wie Grethergelände und Faulerstraße bzw. Faulerbad. Neben zahlreichen Wohnhäusern mit Innenhöfen entwickelte sich die Spechtpassage zu einem Musterbeispiel für das Gewerbe des 19. Jahrhunderts. Sie verläuft von der Schnewlinstraße bis zur Wilhelmstraße, beginnend mit einem Wohnhaus. Im ausgehenden 19. Jahrhundert ließ sich hier die Familie Specht nieder, die eine Kohlehandlung innehatte. Daher übertrug sich der Familiename auf die Passage.

Im Innenbereich steht entlang der schmalen Gasse Haus an Haus. Leider brannte das Wohngebäude am Beginn der Passage im Jahr 2000 fast aus. Die Spechtpassage steht heute unter Denkmalschutz und gehört zu den wenigen historischen Zeugnissen der Innenstadt aus dem 19. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich das Stadtviertel Im Grün zu einem bevorzugten Wohnquartier. Das Gewerbe war auf dem Rückzug und ließ sich in den neuen Gewerbegebieten auf der Grünen Fläche außerhalb des Innenstadtbereichs nieder. Zahlreiche Kneipen und Musikkeller befinden sich heute in diem innenstadtnahen Viertel. Neben dem Crash ist besonders das Jazzhaus eine bekannte Lokalität. Allerdings verschwanden auch die alten Gebäude aus dem Bild des alten Gewerbeviertels und wurden durch neue ersetzt, die architektonisch vielleicht dem jeweiligen Zeitgeist entsprachen, aber dem Viertel Stück für Stück die Seele rauben.
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