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Kloster Tennenbach

Das Kloster Tennenbach ist eine ehemalige Zisterzienserabtei, die zwischen Freiamt und Emmendingen in einem kleinen ruhigen Wiesental stand. Im Jahr 1161 wurde im Emmendinger Hinterland das Kloster Tennenbach gegründet. Zu Beginn wurden die einfachen Klostergebäude von 12 Mönchen in mühseliger Arbeit aufgebaut. Sie rodeten die umliegenden Wälder und bewirtschaften das Land. Die Klostergründung geht vermutlich auf Veranlassung des Zähringer Herzog Bertold IV. zurück, mit tatkräftiger Unterstützung regionaler Adelsgeschlechter. Die Zähringer Herzöge hatten seit dem 11. Jahrhundert das Grafenamt im Breisgau, der sich zu jener Zeit geographisch auf ein Großteil Südbadens erstreckte.

Die im Kloster Tennenbach lebenden Mönche gehörten dem Orden der Zisterzienser an. Dieser Orden wurde Ende des 11. Jahrhunderts durch Bernhard von Clairveau gegründet und unterstand den Regeln und Ordnungen der Benediktiner. Eine bedeutende Aufgabe der Mönche war die Seelsorge der Bevölkerung, Studium und Unterricht, Landwirtschaft und eine ordentliche Portion Askese. So sind erhaltene Gebäude der Zisterzienser oft schlicht und schmucklos. Die Erbauer des Klosters tauften das Tennenbacher Kloster "Porta Coeli", was übersetzt Himmelspforte heißt. Um 1220 wurde die Klosterkirche fertig gestellt, knapp 80 Jahre später die heute noch dort stehende gotische Kapelle. Sie wurde vom Ritter Bruno von Hornberg gestiftet.

Die folgenden 300 Jahre waren von Wachstum und Wohlstand der klösterlichen Anlage geprägt. So bekam der Orden oft Landbesitz durch Schenkungen übertragen, wodurch die Macht und das Ansehen des Klosters stiegen. Sogar Weinberge in Herdern bei Freiburg konnte die Klosteranlage Tennenbach ihr Eigen nennen. Die Wirren und Zerstörungen des Bauernkriegs sowie des späteren Dreißigjährigen Krieges gingen auch an der Tennenbacher Klosteranlage und ihren Mönchen nicht spurlos vorbei. Das Kloster wurde an den Rand seiner Existenz gebracht, die Gebäude zerstört und viele Rechte und Einnahmequellen musste man abtreten oder verkaufen. Was dann im 17. Jahrhundert die Erbfolgekriege Frankreichs und Habsburg nicht schafften, erreichte ein Großbrand um das Jahr 1724. Die Anlage wurde völlig zerstört.

Doch der Architekt und Baumeister Peter Thumb schuf die Vorlage für den Bau einer neuen Klosteranlage. Der Neubau erstreckte sich über zwei Jahrzehnte und war erst um das Jahr 1750 abgeschlossen. Im Jahr 1806 wurde das Kloster Tennenbach ebenfalls, wie alle kirchlichen Einrichtungen jener Zeit, von der Säkularisation erfasst. Als die Kämpfe gegen Napoleon in seine letzte Phase gingen, wurde das Kloster zu einem Lazarett für habsburgerische Soldaten umfunktioniert. Mehr als 2000 Menschen starben an den Folgen ihrer Verletzungen oder an den grassierenden Krankheiten in den Gebäuden des Tennenbacher Kloster und wurden in einem Soldatengrab in der nahen Umgebung beigesetzt.

Die Klosteranlage verfiel in den folgenden Jahren und wurde als Steinbruch benutzt. Die Bausubstanz der Klosterkirche wurde schließlich für den Bau der Freiburger Ludwigskirche verwendet. Leider ist heute auch von der alten Klosterkirche als neu aufgebaute Ludwigskirche in Freiburg nichts mehr erhalten geblieben, denn diese wurde beim Luftangriff 1944 völlig zerstört. Sie stand ursprünglich 200 Meter nördlich des Siegesdenkmals an der Habsburgerstraße. Von der rieseigen Klosteranlage Tennenbach sind heute nur die frühgotische Marienkapelle und das Gasthaus "Zum Engel" erhalten geblieben. Die gotische Kapelle stammt in ihren Fundamenten aus dem Jahr 1310 und gehört damit zu den ältesten Gebäuden des Landkreis Emmendingens.
Kloster Tennenbach

Foto: Kloster Tennenbach

Bilder Tennenbach

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