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Fridig | 03.09.10 | 12:30

Badnerland

Das Badnerland war zwischen den Jahren 1806 bis 1945 ein weitgehend selbstständiger deutscher Staat und ist in seiner Gesamtheit seit 1952 ein Landesteil von Baden-Württemberg.

Im Mittelalter herrschten auf dem Gebiet Badens verschiedene Linien des gleichnamigen Adelsgeschlechts, die zwar den Zusatz "Baden" im Namen führten, jedoch unterschiedliche Regionen umfassten. Der weitaus größere badische Landesteil gehörte zum Haus Habsburg (Vorderösterreich) oder kleineren weltlichen und kirchlichen Herrschaften.

Burg Rötteln


Napoleon formte Anfang des 19. Jahrhunderts das Großherzogtum Baden und mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871 wurde das Großherzogtum Baden zum deutschen Bundesstaat, dessen Grenzen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestehen blieben. Von 1947 bis 1952 bestand ebenfalls ein Land "Baden", das aber nur aus der Südhälfte des historischen Badens bestand und deshalb meistens als Südbaden bezeichnet wird.

Karlsruhe


Nordbaden mit den Zentren Mannheim, Heidelberg, Pforzheim und Karlsruhe war in dieser Zeit Teil von Württemberg-Baden und strebte ein gemeinsames Bundesland Baden-Württemberg an (Südweststaat), während Südbaden seine Selbstständigkeit bewahren wollte. Im Jahr 1952 vereinigen sich Südbaden und Nordbaden (Württemberg-Baden) wieder im neu geschaffenen Bundesland Baden-Württemberg.

Größere Orte in Südbaden sind Baden-Baden, Rastatt, Freiburg, Offenburg, Konstanz, Waldshut-Tiengen, Lörrach, Villingen.


Baden Geschichte

Im 11. Jahrhundert erscheint erstmals die Markgrafschaft Baden als Teil des Stammesherzogtums Schwaben. In jene Zeit fällt auch die Verbindung der Markgrafschaft mit den Herzögen von Zähringen. Der damalige Markgraf Hermann ist ein Sohn des Herzogs Bertholds I. von Zähringen und Enkel Hermanns IV. von Schwaben. Der Markgrafentitel leitet sich von der Mark Verona ab, in die Hermann I. unter Heinrich IV. (1061) eingesetzt wurde. Nach Einheiratung bei der Burg Baden (Hohenbaden bzw. Altes Schloss oberhalb von Baden-Baden) im Oostal nannte sich der Sohn des Markgrafen Hermann, Hermann II., erstmals Markgraf von Baden. Durch weitere Erbschaften und zusätzlichen Landgewinn durch Heirat seiner Nachfolger wurde das Territorium Badens in der Rheinebene vergrößert.

Das badische Ursprungsgebiet unterteilte sich im ausgehenden Mittelalter in die Herrschaftsgebiete Baden-Durlach (bei Karlsruhe), Baden-Baden, Baden-Hachberg bei Emmendingen sowie Sausenburg-Rötteln bei Lörrach rund um das untere Wiesental. Davon blieben im 16. Jahrhundert zwei große Blöcke übrig. Im Jahr 1535 war Baden in die beiden Teilgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach geteilt. 1771 beerbte die Durlacher Linie die Linie Baden-Baden, nachdem es dort keine männlichen Nachkommen mehr gab.

Einen größeren Gebietsverlust erlitt das Großherzogtum gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als die linksrheinischen Gebiete an Frankreich verloren gingen. Im Reichsdeputationsbeschluss vom 15.02.1803 wurde Baden zum Kurfürstentum erhoben und durch zahlreiche kleinere um das Stammgebiet liegende Territorien auf fast die doppelte Fläche vergrößert.

Im Jahr 1805 erwarb Baden vom Herzog von Modena darüber hinaus den größten Teil des Breisgaus und weitere Gebiete. Mit dem Beitritt zum Rheinbund im Jahr 1806 wurde Baden zum Großherzogtum erhoben und wurde nochmals um weitere Gebiete in Süddeutschland vergrößert. Schließlich erhielt Baden 1810 seine endgültige Größe von etwa 15.000 qkm und hat damit somit innerhalb von 15 Jahren sein Staatsgebiet mehr als vervierfacht. Die Einwohnerzahl Badens hatte sich durch den Gebietszuwachs sogar verfünffacht. Das Großherzogtum Baden erstreckte sich nun von Konstanz über den Hochrhein bis nach Lörrach, von dort über Freiburg, Offenburg, Baden-Baden und Karlsruhe bis nach Mannheim und Heidelberg.

Markgrafen & Kurfürsten & Großherzöge
» Großherzog Karl v. Baden
» Karl Friedrich von Baden
» Markgraf Ludwig Wilhelm I. von Baden
» Maximilian (Max) von Baden
» Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden

Im Jahr 1810 nahm Baden einen angepassten Code Napoleon als Badisches Landrecht an und erhielt 1818 eine eigene Verfassung. Das Großherzogtum wurde eine konstitutionelle Monarchie. Die Revolution von 1848 konnte nur mit Hilfe preußischer Truppen niedergeschlagen werden. Dadurch veränderte sich die politische Selbstständigkeit des Großherzogtums. Der Einfluss Preußens auf die badische Politik nahm zu.

Trotz der Teilnahme Badens auf Seiten Österreichs im Deutschen Krieg des Jahres 1866 hatte dies im Gegensatz zu anderen Fürstentümer auf dem deutschen Reichsgebiet keine weiteren Folgen. Während manche Länder nach der Niederlage Österreichs 1867 von Preußen annektiert wurden, konnte Baden seine Selbstständigkeit wahren. Am 15.11.1870 trat Baden dem 1867 gegründeten Norddeutschen Bund bei und wurde 1871 ein Teil des Deutschen Kaiserreichs. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Großherzog Friedrich II. abdanken.

Das Großherzogtum Baden wurde Freistaat und erhielt am 21.03.1919 eine republikanische Verfassung. Im März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Baden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zerfall des Deutschen Reiches wurde Baden zwischen den Besatzungsmächten USA und Frankreich aufgeteilt. Der Norden kam unter die Kontrolle der USA und wurde ein Teil des Landes Württemberg-Baden. Der Süden wurde als Südbaden selbstständig. Im Jahr 1952 wurde trotz einer Mehrheit in Südbaden gegen eine Vereinigung mit Württemberg-Baden das Land Baden-Württemberg gebildet.


Badische Sprachen
Die allgemein als Badisch bezeichnete Sprache gibt es eigentlich nicht. Sie umfasst sowohl den südfränkischen Dialekt, der um Karlsruhe, Pforzheim und Rastatt gesprochen wird, als auch den alemannische Sprache, die man in Südbaden spricht. Südbaden erstreckt sich südlich von Rastatt bis nach Basel am Rheinknie und von dort bis nach Konstanz am Bodensee. Um die nordbadischen Städte Mannheim und Heidelberg wird mit dem Kurpfälzischen ein pfälzischer Dialekt gesprochen. Da das Großherzogtum Baden zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus vielen verschiedenen Gegenden durch Napoleons Gnaden zusammengesetzt wurde, gehören seither zu Baden ebenso die dort verschiedenen gesprochenen Sprachen.


Badische Residenzen
Als Residenz bezeichnet man allgemein den Wohnsitz eines Staatsoberhauptes, eines Fürsten oder eines hohen Geistlichen. Heutzutage sagt man zu seinem Ort eher Hauptstadt. In Altbaden, eine Bezeichnung für das badische Staatsgebiet vom Mittelalter bis 1803, gab es die 4 Residenzen Karlsruhe, Baden-Baden, Rastatt und Durlach.





 

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