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Zischdig | 16.09.14 | 17:27
Baden-Württemberg

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Ortenaukreis

Ortenaukreis

Der Ortenaukreis liegt zwischen dem Fluss Rhein und dem mittleren Schwarzwald. Die Region wird geprägt von einer reizvollen Landschaft mit vielen alten Städten und Gemeinden sowie einem milden Klima. Die höchste Erhebung ist mit 1.164 m.ü.N.N. die Hornisgrinde. Der niedrigste Punkt liegt beim Ort Rheinau. Der Landkreis ist mit 1.860 Quadratkilometern Baden-Württembergs flächengrößter Landkreis. In nordsüdlicher Richtung hat der Ortenaukreis rund 60 Kilometer, in west-östlicher rund 30 Kilometer Ausdehnung. Der Ortenaukreis grenzt im Norden an den Landkreis Rastatt, im Osten an den Landkreis Freudenstadt und an den Landkreis Rottweil, im Südosten an den Schwarzwald-Baar-Kreis und im Süden an den Landkreis Emmendingen. Der Übergang von Schwarzwald zur Rheinebene wird durch viele Täler, darunter die Flusstäler der Schutter, Kinzig, Rench und Acher, geprägt. Die Kinzig ist dabei der bedeutendste Schwarzwald-Fluss des Landkkreises.

In den 51 Städten und Gemeinden der Ortenau leben rund 420.000 Einwohner, davon alleine rund 180.000 in den Großen Kreisstädten Offenburg, Lahr, Kehl, Oberkirch und Achern. Die Wirtschaft im Ortenaukreis ist mittelständisch geprägt. Es gibt – wie überall in Südbaden - keine Großindustrie im klassischen Sinn. Größere Industrieanlagen findet man eher in Nordbaden. Wichtige traditionelle Wirtschaftsfaktoren im eher ländlich geprägten Ortenaukreis sind die Landwirtschaft mit dem Wein- und Obstanbau. Mit ihren zahlreichen Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten sowie einem breiten kulinarischen Angebot bis hin zur Top-Gastronomie bietet die Ortenau beste Voraussetzungen als Urlaubsregion.

Geschichte Ortenaukreis
Im Jahre 768 n. Chr. wird der Name "Mortenau" erstmals urkundlich genannt. Er bezeichnete eine alemannisch-fränkische Gaugrafschaft, die damals den heute mittelbadischen Raum umfasste. Das Gebiet war ursprünglich als Reichsgut im Besitz des deutschen Kaisers und wurde von einem Gaugrafen verwaltet. Im 11. und 12. Jahrhundert waren die Zähringer Herzöge Lehnsherrn der Gaugrafschaft Mortenau. Die Zähringer hatten ihren Stammsitz auf dem Schlossberg bei Freiburg und stammten ursprünglich aus dem Raum Stuttgart. 1218 gliederte Friedrich II. die Grafschaft Ortenau seinem staufischen Reich ein. Die Schwächung der kaiserlichen Macht ab der Mitte des 13. Jahrhunderts führte aber zum Zerfall der Ortenau in rund 20 kleine Herrschaftsgebiete.

Im Jahr 1274 gelang es Kaiser Rudolf von Habsburg einen Teil des Reichsbesitzes zurückzuerobern und er fasste diese Gebiete zur Reichslandvogtei Ortenau zusammen. Über die Reichslandvogtei herrschte der Ortenauer Landvogt. Seine Residenz hatte er auf der Burg Ortenberg. Seine wesentlichen Aufgaben waren die Gerichtsbarkeit im Namen des Kaisers und die Kontrolle der Abgaben und Zölle. Neben der Ortenauer Reichslandvogtei gab es die Ortenauer Reichsritterschaft, in der sich Reichsritter zum Schutz ihrer Reichsunmittelbarkeit zusammengeschlossen hatten. Dieser Ritterbund hatte seinen Sitz im späteren "Ritterhaus" in Offenburg. Die Reichsstadt Offenburg hatte wie die Städte Gengenbach und Zell a. H. sowie das Reichstal Harmersbach, den Kaiser ebenfalls direkt zum Landesherrn. Das übrige Gebiet des heutigen Ortenaukreises stand unter der Herrschaft mehrerer geistlicher oder weltlicher Fürsten.

Die Reichslandvogtei Ortenau gelangte 1551 in den Besitz der Habsburger und die Ortenau gehörte fortan zu Vorderösterreich. Nachdem die Burg Ortenberg im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs zerstört wurde, verlegte der Landvogt seinen Sitz in den Königshof nach Offenburg. Von 1701 bis 1771 war die Reichslandvogtei zeitweise im Lehnsbesitz der Markgrafen von Baden-Baden. Die politischen Umwälzungen nach der französischen Revolution und die napoleonisch geprägte Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts führten zu einer vollständige Veränderung der territorialen Grenzen entlang des Oberrheins. Der badische Großherzog gliederte schließlich dank Napoleons Gnaden zwischen 1803 und 1819 sämtliche Territorien in der Ortenau seinem Herrschaftsgebiet ein. Das neue Großherzogtum Baden wurde nun in mehrere Bezirksämter gegliedert, welche die untere staatliche Verwaltung bildeten und mehrere Gemeinden umfassten. Diese Amtsbezirke waren noch keine Selbstverwaltungskörperschaften sondern staatliche Behörden.

Mitte des 19. Jahrhunderts setzte mit Bau der Rheintal- und der Schwarzwaldbahn die Industrialisierung in der Ortenau ein. Vor allem in Offenburg fanden zahlreiche Veranstaltungen während der deutschen Revolution von 1848/49 statt, in welcher die Bürger grundlegende Freiheitsrechte einforderten. Durch die badische Landkreisordnung vom 24. Juni 1939 wurden die alten Großkreise aufgelöst und die bestehenden Amtsbezirke in "Landkreise" umgewandelt. Für den Bereich der Ortenau wurden die Landkreise Kehl, Lahr, Bühl, Offenburg und Wolfach gebildet, die bis zur Kreisreform vor rund 35 Jahren bestehen sollten. Der Ortenaukreis wurde durch die Kreisreform zum 1. Januar 1973 durch Vereinigung der Landkreise Kehl ohne seine nördlichen Gemeinden, Lahr, Offenburg und Wolfach ohne die östlichen Gemeinden sowie dem südlichen Teil des Landkreises Bühl neu gebildet.

Berge Ortenaukreis
Im östlichen Bereich des Landkreis Ortenau erhebt sich der Schwarzwald mit seinen Berggipfeln. Die Ortenau hat sowohl Anteil am Nordschwarzwald wie auch am Mittleren Schwarzwald. Der höchste Punkt des Landkreises ist die Hornisgrinde mit 1.164 Meter Höhe. Sie zählt zum Nordschwarzwald. Ihr folgt der Schliffkopf mit 1.058 Meter Höhe. Bereits zum Mittleren Schwarzwald zählt der Brandenkopf mit 934 Meter, gefolgt von Mooskopf (875m) , Farrenkopf (769m) Hühnersedel (744m), Brandeckkopf (690m) und Steinfirst (600m).

Kfz-Zulassungsbehörde Ortenaukreis
Der Ortenaukreis ist zuständig für die Ausstellung von Fahrerlaubnissen, Betriebserlaubnissen, für die Zulassung von Kraftfahrzeugen und andere für den Straßenverkehr relevante Dokumente für alle Städte und Gemeinden des Landkreises. Neben der Kfz-Zulassungsbehörde in Offenburg gibt es Außenstellen in Lahr, Kehl, Achern und Wolfach.

Namensherkunft Ortenaukreis
Beim Namen Ortenau fallen zuerst die Worte "Ort" und "Au" ins Auge. Doch vor einigen Jahrhunderten erschien die Ortenau im Jahr 768 n. Chr. Erstmals schriftlich als "Mortenau" in einer Urkunde. Es bezeichnete die alemannisch-fränkische Gaugrafschaft, die sich damals von dem Flüsschen Bleiche im Süden (Herbolzheim) bis zur Murg (Rastatt) im Norden erstreckte. Die westliche Grenze bildete der Rhein, die Ostgrenze bildete der Schwarzwaldkamm. Im Hochmittelalter war dieses Gebiet in rund 20 verschiedene Herrschaften unterteilt. Die Reichslandvogtei hatte ihren Sitz auf dem Schloss Ortenberg südöstlich von Offenburg. Im 15. und 16. Jahrhundert wandelte sich der Name von "Mortenau" zu Ortenau. Die Bedeutung des Wortteils "Mort" im ursprünglichen Mortenau liegt noch im Dunkeln, hat aber seine sprachlichen Wurzeln bei den keltischen oder römischen Bewohnern vor rund 2000 Jahren.

Schulen im Ortenaukreis
Für die Schulen im Landkreis ist das Amt für Schule und Kultur zuständig. Das Amt für Schule und Kultur hat das Ziel, die Qualität der schulischen Arbeit in den beruflichen Schulen, Grundschulen, Realschulen, Förderschulen, Berufsschulen und in den Sonderschulen - die in der Trägerschaft des Ortenaukreises sind - weiter zu entwickeln und hierzu die erforderliche Ausstattung sicherzustellen. Einen umfassenden Überblick über die Schulen des Ortenaukreises gibt das Verwaltungsportal des Landratsamts.

Verwaltungsgliederung Ortenaukreis
Noch vor über 30 Jahren gab es im Bereich des heutigen Ortenaukreises insgesamt fünf eigenständige Landkreise. Offenburg, Lahr, Kehl und Wolfach sowie den südlichen Bereich des Landkreis Bühl. In diesen verschiedenen Landkreisen befanden sich mehr als 160 selbständige Gemeinden. Flächenmäßig zählt er mit seinen rund 1.860 Quadratkilometern zu den größten Landkreisen in Baden-Württemberg. Im Ortenaukreis befinden sich durch die Gemeindereform 51 Städte und Gemeinden. Einige Gemeinden schlossen sich zu Verwaltungsgemeinschaften zusammen. Dadurch können sie viele Aufgaben effektiverer und vor allem kostengünstiger abwickeln.

Wappen Ortenaukreis
Das Wappen des Landkreis Ortenau zeigt einen doppelköpfigen Adler. Der Reichsadler war seit dem Mittelalter das Zeichen der Reichsunmittelbarkeit für die Freien Reichsstädte auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Solche Reichsstädte waren direkt dem Kaiser unterstellt. Dazu gehörten im Landkreis Ortenau die Reichsstädte Offenburg, Zell am Harmersbach, Gengenbach sowie das freie Reichstal Harmersbach.
Gengenbach

Foto: Gengenbach

Bilder Ortenaukreis

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